Termine

Zeitzeugin spricht über Kindertransporte

Veröffentlicht am 13.09.2019 von Cay Dobberke

15.09.2019 – 14:00 Uhr

Ruth Barnett aus London gastiert am Sonntag, 15. September, ab 14 Uhr in der Kommunalen Galerie am Hohenzollerndamm 176, um an die Kindertransporte zu erinnern, mit denen viele Kinder jüdischer Herkunft zwischen Ende November 1938 und dem 1. September 1939 vor der Verfolgung durch das NS-Regime gerettet wurden. Aus Deutschland und besetzten Ländern kamen die Kinder nach Großbritannien. Ruth Barnett war 1935 als Ruth Michaelis in Charlottenburg geboren worden. Im Februar 1939 schickten ihre Eltern sie und ihren siebenjährigen Bruder Martin nach England. Ihr jüdischer Vater, der Richter gewesen war, entkam nach Schanghai. Ihre nichtjüdische Mutter überlebte den Zweiten Weltkrieg in Süddeutschland.

Nach dem Krieg holten die Eltern ihre inzwischen 14-jährige Tochter gegen deren Willen nach Deutschland zurück, sahen aber später ein, dass Ruth und ihr Bruder lieber in England leben wollten. Die Familiengeschichte wurde zur Grundlage des Romans Landgericht von Ursula Krechel, die dafür 2012 den Deutschen Buchpreis erhielt. Später verfilmte das ZDF die Geschichte als Fernseh-Zweiteiler. Ruth Barnett verarbeitete ihre Erfahrungen in ihren Memoiren Nationalität: Staatenlos und in einem Theaterstück.

Die Veranstaltung in der Kommunalen Galerie steht im Zusammenhang mit der Fotoschau Wandelhalle an gleicher Stelle und der Freiluft-Ausstellung Am Ende des Tunnels vor dem S-Bahnhof Charlottenburg, die beide die Kindertransporte aus Berlin thematisieren. Ruth Barnett führt mit zwei britischen Wissenschaftlern ein Gespräch in englischer Sprache, das ins Deutsche übersetzt wird. Der Eintritt ist frei.

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