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Protest-Oper im Villenviertel

Veröffentlicht am 28.08.2020 von Cay Dobberke

05.09.2020 – 15:00 Uhr

„Grunewalddämmerung“ heißt eine „Enteignungs-Oper“, die am Sonnabend, 5. September, ab 15 Uhr auf dem Johannaplatz in Grunewald aufgeführt wird und „Hochkultur ins Villenviertel“ bringen soll. Veranstalter ist das selbsternannte Quartiersmanagement QM Grunewald der „Hedonistischen Internationale“, das seit 2018 bereits drei Mal die Mai-Demos MyGruni in Grunewald organisiert hat zuletzt wegen der Coronakrise als Autokorso.

Die als Kundgebung angemeldete Inszenierung thematisiere in musik-theatralischer Form die „gesellschaftlich brisanten Themen Mietenwahnsinn, Pflegenotstand, gravierende Einkommens- und Vermögensungleichheit“ und stelle die Frage: „Wie wollen wir leben und was muss dafür passieren?“, heißt es.

Mit den bisherigen Demos habe man es geschafft, den „gesellschaftlich isolierten Problembezirk in den Fokus sozialer Kämpfe zu rücken“, sagen die Veranstalter in ihrem üblichen halb-satirischen Ton. Sie hätten aber festgestellt, dass „Gartenzaungespräche“ in Grunewald nicht die ideale Methode seien. Diesmal soll die Protestform besser zum Milieu passen: „In eine Arie verpackt“ könnten Anwohner(innen) die Botschaft „Ihr seid ein Teil des Problems – ihr müsst ein Teil der Lösung werden“ besser verstehen und annehmen, findet Michael Lehmann als „Kulturreferent des Quartiersmanagements“.

Auf einer großen Bühne mit rotem Vorhang will sich ein „interkiezionales Ensemble“ aus Künstler(innen) und Initiativen präsentieren. Angekündigt sind Auftritte von „Gespenstern der Enteignung“, Musik aus der Kreuzberger Kiez-Oper Lauratibor, zeitgenössisches Ballett, Arien zum Thema „Umverteilung und Coronakrise“, Theaterszenen zur „Tradition des rechten Terrors in Deutschland“, ein queeres Orchester und Redebeiträge. Damit soll die opernhafte Kundgebung auch zum thematischen Auftakt für den bundesweiten Aktionstag WerHatDerGibt am 19. September werden, bei dem gegen die „ungleiche Verteilung des Vermögens“ und „insbesondere im Kontext der Corona-Krise“ für Umverteilungsmaßnahmen demonstriert wird.