Intro

von Cay Dobberke

Veröffentlicht am 03.11.2017

seit einer gefühlten halben Ewigkeit läuft der Streit um eine Neugestaltung des Olivaer Platzes. Rund neun Jahre ist es her, dass Bürger um die SPD-Politikerin Monica Schümer-Strucksberg eine Initiative für den Umbau der Grünanlage und des Parkplatzes gründeten. 2010 berief das Bezirksamt die erste Bürgerveranstaltung ein und wollte 2012 loslegen. Bekanntlich kam es anders, weil der geplante Wegfall aller Parkplätze zu starken Protesten führte. Später wurde an einem „Runden Tisch“ vereinbart, dass 60 der 123 Stellplätze erhalten bleiben. Einige Kritiker bezweifeln aber auch, dass der Park überhaupt verändert werden müsse, und halten eine bessere Pflege für ausreichend.

In wenigen Tagen will das Bezirksamt mit Vorarbeiten beginnen, der eigentliche Umbau soll ab dem Frühjahr folgen. Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) sieht die letzte Hürde beseitigt. Berlins Stadtentwicklungsverwaltung hatte bemängelt, der Schutz eines Spielplatzes vor Verkehrslärm von der Lietzenburger Straße sei nicht nachgewiesen. Nun hat ein Gutachter errechnet, der maßgebliche Grenzwert werde eingehalten, wenn der Spielplatz zehn bis 15 Meter von der Straße entfernt stehe. „Das war ja ohnehin so geplant“, sagte Schruoffeneger im bezirklichen Stadtentwicklungsausschuss. CDU-Politiker wie Hans-Joachim Fenske monierten allerdings, der Gutachter habe gar keine Messungen gemacht, sondern nur auf Basis des Berliner „Lämschutzatlas“ gerechnet. Ein FDP-Antrag, das Bebauungsplanverfahren zu stoppen, wurde vertagt. Ganz durch ist das Thema also doch noch nicht.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de.