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von Cay Dobberke

Veröffentlicht am 26.01.2018

viele interessante Zuschriften haben mich nach dem Bericht über den BVV-Antrag der Grünen erreicht, die Autobahnbrücke am Breitenbachplatz abzureißen. So schrieb Ex-Senatsbaudirektor Hans Stimmann eine E-Mail, die es meiner Meinung nach wert ist, im Wortlaut wiedergegeben zu werden:

„Dass ich das noch erleben darf! Als in die Jahre gekommener ehemaliger Juso des Bezirks Wilmersdorf habe ich in der SPD vergeblich versucht, den zwischen 1969 und 1974 gebauten Autobahnabzweig Wilmersdorf, der wegen der U-Bahn am Breitenbachplatz in Hochlage geführt werden musste, zu verhindern. Die SPD hielt mit Bausenator Schwedler an der Spitze die Stadtautobahnverbindung zur Westtangente für einen Fortschritt. Die Grünen gab es damals zwar noch nicht, aber Proteste einer Bürgerinitiative bei der Verkehrsübergabe durch Schwedlers Nachfolger, Bausenator Ristock, sorgten dafür, dass ein Autobahnteilstück zum ersten Mal ohne Autos eingeweiht werden musste. Der Abriss der Hochstraße ist überfällig und ließe den Breitenbachplatz wieder in seiner ganzen Schönheit erlebbar machen  wenn nicht der Denkmalschutz dazwischen kommt. Das wäre doch mal ein Projekt für Rot-Rot-Grün!“

Unser Leser Jürgen Lucius findet die Brücke „wahrlich nicht ästhetisch“, bezweifelt aber, dass der Platz nach einem Abriss ruhiger werde: „Der Verkehr rollt dann auf Augenhöhe der Fußgänger und hinterlässt sowohl Geruch- und Geräuschemission viel direkter als jetzt.“ Auch die „erheblichen Kosten für Abriss, Entsorgung und Neubau“ findet er bedenklich.

Newsletter-Abonnẹntin Regina Tank ist dafür, die Brücke zu erhalten und die einst geplante Autobahnverlängerung bis zum „Bierpinsel“-Turm in Steglitz „doch noch zu bauen“. Dann würden Anwohner der Schildhornstraße nicht mehr durch Brems- und Anfahrgeräusche an den Ampeln in der dortigen Tempo-30-Zone gestört.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

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