Intro

von Cay Dobberke

Veröffentlicht am 15.02.2018

mit Pollern soll die Prinzregentenstraße doch noch zur „echten“ Fahrradstraße werden. Als solche ausgewiesen ist sie ja schon seit fast zehn Jahren. Mit Autos dürfen eigentlich nur Anwohner zwischen dem Prager Platz und der Wexstraße unterwegs sein. Doch darum scheren sich viele andere Autofahrer nicht – in der Hoffnung, schneller als auf der parallel verlaufenden Bundesallee voranzukommen. Über Forderungen und Demos des „Netzwerks fahrradfreundliches Charlottenburg-Wilmersdorf“ und der „Initiative Prinzregentenstraße“ haben wir mehrmals berichtet. Nun reagiert auch das Bezirksamt.

Noch in diesem Jahr werde mit Umbauten begonnen, sagte Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) im BVV-Ausschuss für Straßen und Grünflächen. Poller sind an der Kreuzung Durlacher Straße sowie nördlich und südlich des Volksparks Wilmersdorf geplant. Die Feuerwehr oder die BSR werden die Hindernisse umklappen können. Damit beispielsweise Müllwagen die Sackgassen nutzen können, sind Wendekreise nötig. Einige Parkplätze sollen dafür weichen, darunter alle 40 am Volkspark. FDP-Fraktionschef Johannes Heyne kritisierte: „Der Individualverkehr wird behindert.“ Redner der rot-rot-grünen Mehrheit erwiderten, genau das sei der Sinn der Fahrradstraße: den starken Auto-Durchgangsverkehr endlich fernzuhalten.

Nicht ganz zufrieden ist aber auch das Fahrrad-Netzwerk. An der Ecke Durlacher Straße fände man eine „Diagonalsperre“ besser, um Autofahrern das Abbiegen zu ermöglichen. Dann wären keine Wendekreise nötig, Parkplätze könnten bleiben, und der Umbau koste nur einen „Bruchteil“ der auf 500.000 Euro geschätzten Kosten (diese will der Bezirk aus dem Fahrradprogramm der Landesregierung decken). Außerdem befürchtet das Netzwerk, dass Autofahrer nach dem Bezirksamtsmodell künftig Vorfahrt auf der Durlacher Straße hätten. Denn laut Straßenverkehrsordnung gelte ein „Wendehammer mit abgesenktem Bordstein“ nur als Einfahrt. Mehr über die Alternativideen steht auf der Facebook-Seite der Fahrradfreunde.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

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