Intro

von Cay Dobberke

Veröffentlicht am 23.02.2018

es klingt fast zu schön, um wahr zu werden – oder vielleicht doch nicht? Forscher und Firmen wollen den Lkw-Lieferverkehr „auf der letzten Meile“ zu den Kunden durch Lastenfahrräder mit Elektromotor ersetzen. Ein Pilotprojekt startet gerade auf der Mierendorff-Insel im Charlottenburger Norden und im Klausenerplatz-Kiez. Angesichts möglicher Fahrverbote für Diesel-Autos in deutschen Städten gewinnen die Pläne noch mehr an Bedeutung.

Grüne Kiez-Lieferketten für die Stadt von morgen sind das Ziel von Wissenschaftlern aus mehreren Fachbereichen der Technischen Universität Berlin, sagte die Professorin Elke Pahl-Weber vom Institut für Stadt- und Regionalplanung im BVV-Umweltausschuss. Unter anderem beteiligen sich das Bezirksamt, die Berliner Stadtreinigung, die Deutsche Bahn und die vom früheren Grünen-Bezirksverordneten Roland Prejawa gegründete Firma „Urban Cargo“.

Ab März können je vier bis fünf Lastenräder in den zwei Kiezen genutzt werden – übrigens auch von Privatleuten, zur Projektbeschreibung gehört ein lustiges Bild mit Kindern im Cargo-Bike. Wegen mancher noch ungelöster Probleme „fangen wir lieber klein an“, sagt Pahl-Weber. Beispielsweise ist noch unklar, wo große Transportfahrräder parken können, ohne den Verkehr zu behindern.

Auch kommerzielle Anbieter wollen noch in diesem Jahr loslegen. Laut Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) plant die PIN AG eine Lastenrad-Station am Hardenbergplatz. Die Logistikfirma Schenker möchte den Parkplatz unter der Autobahnbrücke am Bundesplatz nutzen, um per Lkw angelieferte Waren auf Cargo Bikes umzuladen. Am S-Bahnhof Charlottenburg verspricht die Deutsche Bahn leicht erreichbare Schließfächer für Versandwaren.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

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