Intro

von Cay Dobberke

Veröffentlicht am 16.03.2018

gibt es eigentlich noch „sexistische Werbung“ auf Plakaten in der City West? Ich habe lange nichts derartiges mehr gesehen und auch die Bezirkspolitiker kennen keine halbwegs aktuellen Beispiele, wie die Diskussionen um ein Verbot anstößiger Reklame zeigten. Doch der Linksfraktion im Rathaus Charlottenburg geht es ums Grundsätzliche. „Endlich“ habe der Haushaltsausschuss mit der rot-rot-grünen Mehrheit ihren im Juni 2017 gestellten Antrag angenommen, freut sich Fraktionschef Niklas Schenker. Damit ist der endgültige Beschluss in der nächsten BVV-Sitzung absehbar.

Ähnliche Vorschriften gelten bereits in Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Das Bezirksamt soll Reklame, die „Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer sexuellen Identität herabwürdigt“, auf öffentlichen Flächen ausschließen. Werbung wäre beispielsweise unzulässig, wenn Frauen auf ein „käufliches, sexuell verfügbares Lustobjekt“ reduziert werden  oder wenn sie zwar als schön dargestellt werden, aber zugleich als „(willens)schwach, hysterisch, dumm, unzurechnungsfähig, naiv, ausschließlich emotionsgesteuert etc.“

Zurück zu meiner Eingangsfrage. Man kann natürlich verschiedener Meinung darüber sein, ab wann Werbung „sexistisch“ ist. Sollten Ihnen in jüngster Zeit Plakate negativ aufgefallen sein, schreiben Sie mir bitte oder senden Sie mir ein Foto. Ich sammele ein bisschen, und falls genügend Beispiele zusammenkommen, melde ich mich dazu bald wieder.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

Anzeige