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von Cay Dobberke

Veröffentlicht am 20.04.2018

Das lange Warten aufs Elterngeld ist vielerorts in Berlin ein Problem für Mütter und Väter, so auch in unserem Stadtteil. Durchschnittlich fünf Monate dauert es, bis das Bezirksamt die Anträge bearbeitet hat und das Geld bewilligt. Um dies zu ändern, geht Jugendstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) neue Wege: Sie hat die Investitionsbank Berlin (IBB) um personelle Unterstützung gebeten. Sechs Bankmitarbeiter sollen den Antragsstau mit abarbeiten.

Aktuell geht es um rund 1800 Anträge, wie im BVV-Jugendhilfeausschuss bekannt wurde. In dieser Woche wurden die Bankangestellten geschult, am kommenden Montag legen sie los. Das Projekt ist zunächst auf drei Monate befristet. Sollte sich die Lage aber nicht wie erhofft entspannen, ist laut Schmitt-Schmelz eine Verlängerung denkbar. Die sechs Banker teilen sich vier vom Jugendamt bezahlte Stellen. Die Idee kam der Stadträtin, als sie erfuhr, dass in Baden-Württemberg die Landeskreditbank das Elterngeld bearbeitet.

Schon bei ihrem Amtsantritt im November 2016 war Schmitt-Schmelz unzufrieden mit der Bearbeitungsdauer, die damals in der Regel elf Wochen betrug. Obwohl dann zwei neue Stellen im Amt hinzukamen, stieg die Wartezeit weiter an, unter anderem durch Krankheitsfälle. Jetzt sollen auch Abläufe überprüft und „optimiert“ werden. Auf Initiative der Linksfraktion forderte der Ausschuss außerdem, Eltern künftig innerhalb von einer Woche zu bestätigen, dass ihr Antrag eingegangen ist. Falls Unterlagen nachzureichen sind, soll die Elterngeldstelle dies spätestens nach vier Wochen mitteilen.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

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