Intro

von Cay Dobberke

Veröffentlicht am 01.06.2018

zur stadtweiten Diskussion um Leihfahrräder, die zuletzt auch in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) geführt wurde, hatte ich Sie in der vorigen Woche um Ihre Meinungen gebeten und fasse hier nun ein paar ausgewählte Beiträge zusammen. Sämtliche der vielen Leser, die uns geschrieben haben, finden Bikesharing grundsätzlich gut und richtig. Trotzdem wird die Häufung der herumstehenden oder umgekippten Zweiräder an bestimmten Stellen überwiegend kritisch gesehen.

Kathrin Deckart nutzt Bikesharing „bei Städtereisen im In- und Ausland“, befürwortet aber eine Reglementierung. Es ärgert sie, wenn massenhaft Leihräder „an den viel zu wenigen Parkbügeln befestigt sind“, etwa an der Bushaltestelle am Amtsgerichtsplatz. Leider lasse sich das „unsportliche Verhalten einiger Rad-Mieter“ wohl schwer verhindern. Bei ihrem regelmäßigen Walking im Lietzenseepark seien ihr alleine an einem Morgen fünf wild abgestellte Fahrräder aufgefallen.

Markierte Zonen für das Abstellen der Räder an stark frequentierten Orten wie Bahnhöfen regt ein weiter Leser an. Die Kosten dafür könnten auf die Anbieter verteilt werden. Diese sollten auch Kontaktadressen nennen, bei denen man „problematische Ansammlungen“ melden kann, und zu deren Beseitigung verpflichtet werden. Allerdings wäre dies nur eine Lösung für ausgewählte Standorte. „Eine flächendeckende Einführung von Ausleih- und Rückgabestationen würde die Grundidee dieses Verleihmodells ad absurdum führen.“

Angelo Bienek fährt selbst hauptsächlich mit dem Rad und nutzt auch Bikesharing. Fahrräder, die „kreuz und quer“ auf Gehwegen und in Grünanlagen stehen oder liegen, stören ihn. Aber auch die Forderung nach festen Abstell-Zonen gefällt ihm nicht. Als „Gegenmodell zum Auto“ müsse die Vermietung „flexibler bleiben“. Die Lösung könne nur darin bestehen, „an jeder Kreuzung solche Zonen einzurichten, sodass man immer bequem und schnell Fahrräder ausleihen kann“.

Cornelia Reichel kann „überhaupt nicht verstehen, wie Berlin sich über das Thema aufregt“ und fordert: „Hebt die Fahrräder doch einfach auf, wenn sie umgefallen sind oder sprecht die Leute an, die sie umwerfen. Auch hier gilt es, einen gewissen respektvollen Umgang zu praktizieren und selbst ein Kümmerer für die Gemeinschaft zu werden.“ Steuergelder sollten nicht in Kontrollen fließen. Ein viel größeres Problem sei beispielsweise der Mangel an Lehrern, Polizisten oder Feuerwehrleuten.

Ingrid Lienke findet, die Verleiher sollten für Abstellplätze an Ballungsorten eine Gebühr zahlen. Ute Trillmich macht es kurz und schrieb uns nur: „Anständiges Radwegenetz bauen, dann stehen viel weniger Räder in der Gegend herum…“

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

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