Intro

von Cay Dobberke

Veröffentlicht am 08.02.2019

viele Straßen sind gefährlich für Kinder auf dem Weg zur Schule. Wir haben oft darüber berichtet, auch in der Bezirksverordnetenversammlung ist das Thema zum Dauerbrenner geworden. Noch nicht entschieden hat die BVV über den jüngsten SPD-Vorstoß, Teile der Nehringstraße temporär für den Verkehr zu sperren, damit Eltern ihre Kinder nicht mehr bis zum Eingang der Nehring-Grundschule fahren oder dort abholen. Neu sind aber auch Beschlüsse zu anderen Schulwegen  und grundsätzliche Stellungnahmen aller Fraktionen.

Der Schulausschuss stimmte soeben mehrheitlich für Anträge der Grünen und der SPD, in denen es um die Cecilien-Grundschule am Nikolsburger Platz geht. Die Grünen fordern, die Ampelschaltung an der Bundesallee / Ecke Trautenaustraße für Fußgänger zu verlängern, neue Schilder mit dem Hinweis „Achtung Schulkinder“ aufzustellen, Verkehrsverstöße stärker zu ahnden und Eltern „zu sensibilisieren“. Der SPD-Antrag sieht nahe der Schule eine „Kiss and Ride Zone“ für autofahrende Eltern und ihre Kinder vor. Gleichzeitig müsse das absolute Halteverbot im Wendekreis der Nikolsburger Straße durchgesetzt werden.

Auch vor der Waldgrundschule, dem Kinderhaus Waldschulallee und der Heinz-Galinski-Schule in Eichkamp soll das Bezirksamt nicht mehr hinnehmen, dass Eltern die Halteverbote ignorieren und Gehwege zuparken. Neben mehr Kontrollen und Pollern kämen als „langfristige Maßnahmen“ auch Sperrungen und Einbahnstraßenregelungen infrage, heißt es in einem Beschluss, der auf einem Antrag der Grünen beruht.

Für den Weg zur Johann-Peter-Hebel Grundschule in der Emser Straße wurde auf Antrag der SPD ein „Sicherheitscheck“ an allen Kreuzungen in der Nähe angeregt. Denkbar seien längere Grünphasen der Fußgängerampeln und die „Verhinderung des zweispurigen Abbiegens aus der Güntzelstraße“.

Darüber hinaus äußern sich die BVV-Fraktionen im „Thema des Monats“ auf der Webseite des Bezirks über den „Schulweg als Lernort“. Einig sind sich alle darin, dass Kinder möglichst zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule gelangen sollten. Das stärke auch ihre Eigenständigkeit und ihr Selbstbewusstsein.

Cay Dobberke, geboren in Berlin, wohnt seit mehr als 25 Jahren in Wilmersdorf. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-c.dobberke@tagesspiegel.de

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