Intro
von Cay Dobberke
Veröffentlicht am 01.03.2024
ein deutschlandweit einmaliges Nachbarschaftsprojekt kann endlich starten. In der rund 100 Jahren alten Siedlung Eichkamp sollen viele Häuser klimaneutral mit Wärme versorgt werden. Dafür gründen Mitglieder des Siedlervereins zurzeit eine Genossenschaft.

Die Planungen laufen seit einigen Jahren. Fördermittel kommen aus dem Bundesprogramm „Effiziente Wärmenetze“. Trotzdem ist es zur Finanzierung nötig, dass auch der Bezirk mit öffentlichen Gebäuden zur Kundschaft zählt. Im Dezember hatte der Verein mit Fragen in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf und einer Demo vor dem Rathaus auf eine schnelle Entscheidung gedrängt.
In dieser Woche hat das Bezirksamt den Beitritt zur „Nahwärme West eG“ beschlossen. Sie soll die Reinfelder Schule, die Ernst-Adolf-Eschke-Schule, die Hans-Rosenthal-Sportanlage und das Mommsenstadion mit Energie für Heizungen und warmes Wasser beliefern.
Außerdem wollen rund 100 Anwohnende auf ihre Öl- und Gasheizungen verzichten. Diese Häuser sollen 2026 an das geplante Netz angeschlossen werden. Laut Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) könnten mit der ersten Ausbaustufe jährlich mehr als 1330 Tonnen Treibhausgase eingespart werden. Längerfristig möchte die Genossenschaft das Projekt auf mehrere hundert Häuser ausweiten.

Verfeuert werden soll Biomasse wie „Hackschnitzel“ aus Holz. Die Heizzentrale entsteht auf einem der Parkplätze neben dem Mommsenstadion. Auch andernorts in Deutschland gibt es Nahwärmeversorgungen. Dabei geht es jedoch um neue Wohnquartiere. Die Besonderheit in Eichkamp besteht darin, dass die Genossenschaft eine Vielzahl von Heizungen in alten Häusern ersetzen will.