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von Cay Dobberke
Veröffentlicht am 26.04.2024
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In den Bezirksnewslettern berichten wir unter anderem regelmäßig darüber, wie Geldinstitute immer mehr Filialen schließen oder den Service reduzieren. Hier das neueste Beispiel.

Die Postbank an der Uhlandstraße 85 in Wilmersdorf bietet ab Mai keine Postdienstleistungen für Briefe und Pakete mehr an. Unternehmenssprecher Oliver Rittmaier kann auch den verbleibenden Standort des Geldinstituts nicht dauerhaft garantieren. Für dessen „fernere Zukunft“ gebe es „noch keine abschließende Entscheidung“. Über viele Standorte in ganz Deutschland führe man noch „Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern“.
Als Mutterkonzern der Postbank hat die Deutsche Bank im Herbst 2023 angekündigt, fast die Hälfte aller Filialen zu schließen. Die Postbank soll online zur „Mobile First“- Bank werden.
Die Deutsche Post alias DHL Group zeigt sich „bewusst, dass es sich um einen Post-Standort mit langer Tradition handelt“. Daher „bedauern wir diese Entscheidung der Postbank“, sagt der Sprecher der Berliner Niederlassung, Johannes Nedo. „Wir haben jedoch aus unternehmerischer Sicht keinen Einfluss darauf.“
Immerhin gibt es nahe Ersatzstandorte. Das Reisebüro „Builder Travel“ liegt nur drei Häuser entfernt an der Uhlandstraße 82. Es diente schon länger als DHL-Paketshop und bietet nun das postalische Vollsortiment an. Weitere Partnergeschäfte befinden sich an der Uhlandstraße 136 und Gasteiner Straße 8.
Die Uhlandstraße ist eine gut frequentierte Lage, aber das bedeutet wenig. Vor rund drei Jahren gab die Postbank sogar ihren Standort am Kurfürstendamm 195 auf. Eine Filiale in Schmargendorf wurde nach einem Einbruch im Dezember 2022 nicht wiedereröffnet, auch weil die Schließung ohnehin geplant war. Im März 2023 folgte das Aus in Siemensstadt. Nur verlagert wurde dagegen die Niederlassung an der Otto-Suhr-Allee. Wegen eines Bauprojekts zog sie im vergangenen November auf das Grundstück der Deutschen Bank nahe dem Ernst-Reuter-Platz um.