Kiezkamera
Veröffentlicht am 15.02.2018 von Cay Dobberke
So trist sieht es am S- und U-Bahnhof Jungfernheide aus. Doch das soll sich nach dem Willen der Grünen-Fraktion ändern. Wegen ihres BVV-Antrags „Freiflächen-Umfeld des Umsteigebahnhofs Jungfernheide qualifizieren“ habe ich mich dort umgesehen und kann die kritisierten Zustände leider nur bestätigen. Der Vorplatz des Südeingangs an der Olbersstraße wirkt trostlos, und der dortige schmale Grünstreifen ist mit Müll übersät. Ein Mann pinkelte ins Gebüsch – kein Einzelfall, denn Toiletten fehlen.
Auch nicht schöner ist es nördlich des stark frequentierten S-, Regional- und U-Bahnhofs an der Max-Dohrn-Straße – hier prägen zwei große Parkplätze das Bild. Noch dazu sind der Bahnhof und die Umgebung als Brennpunkt des Drogenhandels bekannt.
Die Grünen-Fraktion fordert das Bezirksamt auf, die Gegend zum „attraktiven Aufenthaltsort zu entwickeln“. Wegen der „zunehmenden Verwahrlosung“ müssten „angstfreie Räume“ entstehen und „Konzepte für den Bedarf an WC-Anlagen und Abfall-Beseitigung“ entwickelt werden. Anwohner und Institutionen wie die Kita am Bahnhof sollen einbezogen werden. Die Deutsche Bahn und die BVG will man in die Pflicht nehmen, „sich angemessen zu beteiligen“.
Die Diskussion darüber wurde im BVV-Ausschuss für Straßen- und Grünflächen vertagt. Immerhin aus gutem Grund: Es mangelte an Zeit, weil man – wie weiter oben beschrieben – lange über den Radverkehr in der City West beriet.
Foto: Cay Dobberke
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