Kiezkamera

Veröffentlicht am 18.10.2019 von Cay Dobberke

Was wird aus dem Restaurant am Grunewaldturm? Draußen im Biergarten zwischen dem Grunewaldturm und der Havel stehen Stühle herrenlos herum. Dazwischen liegt ein zurückgelassener Sonnenschirm. Seit Anfang Oktober ist das Restaurant geschlossen. So steht es auch auf einem Aushang am Eingang des Flachbaus. Das Team um Björn Hansow verabschiedet sich und dankt den Gästen für ihre Treue in den vorigen zehn Jahren. Laut Handelsregister hat das Amtsgericht Charlottenburg am 1. Oktober ein Insolvenzverfahren eröffnet. Wir konnten den Wirt bisher nicht für weitere Auskünfte erreichen.

Der Vermieter sind die Berliner Forsten. Sprecher Derk Ehlert von der übergeordneten Senatsumweltverwaltung sagt, man suche „kurzfristig“ einen neuen Pächter und führe vielversprechende Verhandlungen mit einem Interessenten. Das Restaurant solle möglichst vor Weihnachten, der traditionell stärksten Zeit, wiedereröffnen. Es war nicht nur als Ausflugslokal, sondern besonders auch für Hochzeits-, Firmen- und Weihnachtsfeiern ein beliebter Ort. Nach der Übernahme im Jahr 2008 beklagte der Wirt zunächst hohe Umsatzausfälle durch die Sanierung des Grunewaldturms, die 2007 begonnen hatte. Erst ab Ostern 2011 konnten Besucher wieder die Aussichtsplattform des 55 Meter hohen Baudenkmals aus dem Jahr 1899 besuchen.

Derzeit ist der Turm erneut gesperrt  – weil das Restaurant diesen mit bewirtschaftet und die Eintrittskarten verkauft hatte.

Foto: Cay Dobberke

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