Kiezkamera

Veröffentlicht am 04.09.2020 von Cay Dobberke

Ein Steg führt aufs Trockene. Der niedrige Wasserstand im Lietzensee fällt vielen Besuchern des dortigen Parks auf –  darunter Tagesspiegel-Kulturautor Peter von Becker und Carsten Knobloch vom Verein ParkHaus Lietzensee. Letzterer schrieb auf Facebook, laut Daten des Berliner Wasserportals sei im August sogar der niedrigste Stand seit dem Beginn der Aufzeichnungen in den 1970-er Jahren gemessen worden.

Wie schlimm ist das? Laut Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) handelt es sich um ein Phänomen, das wegen des gesunkenen Grundwasserspiegels „in allen Seen des Bezirks“ auftritt. Es falle nur nicht immer auf, weil einige Gewässer aus anderen Seen und der Havel gespeist werden. Dagegen ist der Lietzensee sehr isoliert.

Noch in diesem Jahr soll eine Grundwasserpumpe den Pegel wieder erhöhen – falls es gelinge, kurzfristig einen der vielbeschäftigten Fachbetriebe zu beauftragen, wie der Stadtrat einschränkend hinzufügt. Der gesunkene Grundwasserspiegel sei unter anderem eine Folge des Klimawandels. Schruoffeneger teilt aber auch die Vermutung von Carsten Knobloch, wonach einige Bauprojekte nahe dem Lietzensee diesem buchstäblich das Wasser abgraben, indem sie Grundwasser in die Spree leiten.

Foto: Cay Dobberke

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