Namen & Neues

AG City schlägt autofreien Hardenbergplatz vor

Veröffentlicht am 11.05.2018 von Cay Dobberke

Die Arbeitsgemeinschaft City will die Ideen eines Wolkenkratzers auf dem Hardenbergplatz und einer Tiefgarage darunter neu aufleben lassen. Vor dem Bahnhof Zoo sollten nur noch BVG-Busse halten, sagte der Architekt Hans-Joachim Paap vom Büro Gerkan, Marg und Partner (gmp) beim vierten Workshop des Vereins, der Geschäftsleute in der westlichen Innenstadt vertritt, zum Thema „Wachsende Stadt City West“. Das Architektenbüro hat ein Konzept erstellt. Die Tiefgarage sei „absolut angemessen“, sagte Paap, für 400 unterirdische Parkplätze „ist der Bedarf da“. Ein Tiefgeschoss könne für Fahrräder reserviert werden.

Die Vision des Architekten Christoph Langhof für ein Hochhaus, das 209 Meter messen soll, hat gmp in den Entwurf integriert. Der Platz sei dafür groß genug. Die 32.000 Quadratmeter Fläche entsprächen sechs Fußballfeldern. Ein Dorn im Auge sind Paap die Imbiss- und Verkaufspavillons vor dem Bahnhofseingang an der Hardenbergstraße. Diesen Bereich müsse man „aufräumen“ und „freimachen“. Taxis sollten künftig in der Jebensstraße stehen. Bisher sei der Hardenbergplatz nur eine „riesige Verkehrsbrache“ im „Dornröschenschlaf“.

Aber die Bezirks- und Landespolitiker haben in den vorigen Jahren sowohl die Tiefgarage als auch das Hochhaus abgelehnt. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) will bald zur „Standortkonferenz“ über die Neugestaltung des Hardenbergplatzes einladen. Als möglicher Termin gilt Ende Juni. Dem Vernehmen nach bevorzugt die Senatsverwaltung die im Jahr 2014 vorgestellten Entwürfe zweier Stadtplanungsbüros. Für Autos würde es demnach nur noch 70 statt 220 Parkplätze geben. Die Zufahrt an der Hardenbergstraße wäre Bussen und Taxis vorbehalten. Der übrige Verkehr soll über die Jebensstraße und Hertzallee fließen. Die Verkaufspavillons müssten auch nach diesen Plänen weichen.

Einig scheinen sich alle darin, dass der Hardenbergplatz ein idealer Ort für neue Mobilitätskonzepte wie Car- und Bikesharing, E-Mobilität oder umweltfreundliche Transportlogistik werden kann. Bezirksbaustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) findet, dass die alten Entwürfe dafür zu wenig Raum bieten. Welches Gewicht seiner Meinung zukommt, ist jedoch unklar. Denn inzwischen hat der Senat die Planungen für den Hardenbergplatz und die benachbarte Hertzallee wegen der „außergewöhnlichen stadtpolitischen Bedeutung“ an sich gezogen.

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