Namen & Neues

Sperrung auf dem Teufelsberg bleibt vorerst in Kraft

Veröffentlicht am 25.05.2018 von Cay Dobberke

Auf dem Teufelsberg darf die Ruine des größten Kuppelturms der früheren amerikanisch-britischen Abhörstation seit zwei Wochen nicht mehr betreten werden. Bis auf Weiteres sei die Unfallgefahr zu hoch, bekräftigte Bezirksbaustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) in der BVV auf Anfrage der SPD-Fraktion. Das Bauamt habe mit dem Pächter Marvin Schütte aber „ein Verfahren besprochen“, um die Probleme durch Umbauten zu lösen. Derzeit „geht alles seinen korrekten Gang“.

Zu der Sperrung trug wohl der Streit unter den privaten Besitzern des Geländes über dessen künftige Entwicklung bei. Der Kölner Architekt und Miteigentümer Hartmut Gruhl bestätigte auf Nachfrage, er habe einen Statiker mit der Untersuchung der Bausubstanz beauftragt, um Lebensgefahren zu vermeiden. Der Gutachter meldete der Bauaufsicht dann vor allem Brandschutzmängel. Pächter Schütte erfuhr davon erst nachträglich. Er ist der Sohn eines anderen Miteigentümers.

Das Bezirksamt wolle sich nicht „in den Streit hineinziehen“ oder „instrumentalisieren“ lassen, betonte Schruoffeneger. Grundsätzlich bleibe es sein Ziel, die verrottete Anlage gemäß ihrer „kulturhistorischen Bedeutung“ als Relikt des Kalten Kriegs zu nutzen. Seit Jahren sind etwa ein Museum und ein Ausflugscafé im Gespräch. Dagegen sei „eine Vermarktung als Eventfläche nicht gewollt“, sagte der Stadtrat und nannte als Negativbeispiel eine große Veranstaltung eines Telekommunikationskonzerns im vorigen Jahr. Der Berliner Senat habe 1994 mit dem Grundstücksverkauf „einen klaren politischen Fehler“ gemacht. „Wir leiden jetzt unter den Folgen.“

Schon vor sechs Jahren hatte die BVV verlangt, die Ruinen unter Denkmalschutz zu stellen. Darüber hat das Landesdenkmalamt noch immer nicht entschieden. Die SPD-Fraktion strebt für eine der nächsten Sitzungen der Bezirksverordneten einen erneuten Beschluss an, um der Forderung mehr Nachdruck zu verleihen.

Anzeige