Namen & Neues

Geld für Wiedereröffnung des Schoeler-Schlösschens

Veröffentlicht am 15.02.2019 von Cay Dobberke

Seit vielen Jahren steht das älteste erhaltene Wilmersdorfer Haus, das Schoeler-Schlösschen an der Wilhelmsaue 126, leer. Über die vergebliche Suche nach Fördergeldern und den Streit um die künftige Nutzung haben wir oft berichtet. Nun endlich geht es voran: Das Bezirksamt will bis zu 1,6 Millionen Euro in die Investitionsplanung aufnehmen, um die unterbrochene Sanierung des Baudenkmals fortzusetzen und es zum Ausstellungsort mit einem Café zu machen. Das kündigte Kultur- und Bildungsstadträtin Heike Schmitt-Schmelz (SPD) soeben im BVV-Kulturausschuss an.

In den Jahren 2020 bis 2023 sollen je 400.000 Euro zur Verfügung stehen. Allerdings hofft die Stadträtin auf Zuschüsse des Bundes, die im vorigen Dezember beantragt wurden. Sollte es Fördermittel geben, müsste der Bezirk nur eine Kofinanzierung beisteuern und die genannten Maximalsummen nicht ausschöpfen. Noch gebe es „keine Reaktion“ des Bundes, sagte Schmitt-Schmelz. Nun möchte sie sich an Berliner Bundestagsabgeordnete wie Klaus-Dieter Gröhler (CDU) und Swen Schulz (SPD) wenden, damit diese den Antrag unterstützen.

In der BVV seien sich „alle einig“ darin, die bezirklichen Mittel freizugeben, sagt der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Karsten Sell (CDU). Mit einem Beschluss zur Investitionsplanung rechnet er im März. Ausgebootet sieht sich dagegen die Bürgerinitiative Schoeler-Schlösschen. Ihr Ziel ist ein selbstverwaltetes soziokulturelles Zentrum. Doch Stadträtin Schmitt-Schmelz will die Trägerschaft nicht abgeben. Zumindest aber verspricht sie, Bürgerbeteiligung in einem „Workshopverfahren“ zu ermöglichen.

Die Anfänge des Schoeler-Schlösschens reichen bis Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Zum Namensgeber wurde der Augenarzt Heinrich Schoeler, der das Haus und den Park dahinter Ende des 19. Jahrhunderts erwarb.

Die Musikschule City West bespielt den Altbau gelegentlich mit „Baustellenkonzerten“. Das nächste steht am Freitag, den 22. Februar, um 19 Uhr bevor. Drei Ensembles führen Werke von Mozart, Cimarosa, Mertz, Schubert und anderen auf, der Eintritt ist frei.

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