Namen & Neues

Leser nennen gefährliche Schulwege

Veröffentlicht am 16.08.2019 von Cay Dobberke

Zum Schuljahresbeginn sind viele Leser unserem Aufruf gefolgt, Orte im Bezirk zu melden, die Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur Schule im Straßenverkehr gefährden. Zahlreiche Einsendungen haben wir bereits in zwei Beiträgen zusammengefasst, die Sie hier und hier nachlesen können und die am Mittwoch diesere Woche auch auf unserer wöchentlichen Seite „Berliner Bezirke“ im E-Paper und gedruckten Tagesspiegel erschienen sind. Seitdem kamen noch mehr Beschwerden hinzu, über die wir heute berichten.

Die Kreuzung zwischen dem Tegeler Weg, der Tauroggener Straße und der Mierendorffstraße müsse umgebaut werden, findet Hartmut Eschenburg. Dort werde „der von der Schlossbrücke kommende Radweg am Beginn der Tauroggener Straße vom Gehwegbereich so auf die Straße verschwenkt, dass die mit 50 km/h in die Tauroggener Straße einfahrenden Pkw und Lkw die Radfahrer urplötzlich auf ihrer Fahrspur direkt vor sich haben“. Dem Bezirksamt und den BVV-Fraktionen sei dies seit etwa zwei Jahren bekannt, da sie „von Bewohnern der Mierendorff-Insel sehr schnell nach der Herstellung dieser absurden Situation darauf aufmerksam gemacht wurden“. Die Grünen hätten dazu auch eine BVV-Anfrage ans Bezirksamt gestellt. „Trotzdem wurde bis heute nichts geändert.“

Als Anwohnerin des Heckerdamms meldet sich Ursel Ortmann zu Wort. Seit Jahren kämpfe sie dafür, dass der Lkw-Verkehr aus der Tempo-30-Zone in der dortigen Wohnsiedlung verschwindet. Der Lärm sei so groß, dass Mieter „kaum noch die Fenster öffnen können“. Am Heckerdamm gebe es außerdem einen Jugendclub, zwei Seniorenhäuser, eine Schule, zwei Kitas, zwei Kirchen und eine Einkaufspassage. „Besonders jeden Freitag, wenn der Saatwinkler Damm zum Flughafen verstopft ist“, wachse der Verkehr auf dem Heckerdamm stark an. Nicht zuletzt trügen auch dortige Versandlager zweier Paketdienste zu den Problemen bei.

Über Falschparker an der Einmündung der Bregenzer Straße zum Olivaer Platz ärgert sich Tilman Ehrenstein. Trotz des absoluten Halteverbots würden Teile der Kreuzung ständig durch Autos versperrt. Diese Stelle war „über Jahre der tägliche Schulweg meiner Kinder zur Johann Peter Hebel Grundschule“. Inzwischen „sind sie zum Glück groß und können auf sich selber aufpassen“. Gleichzeitig sei die Situation „durch Lieferverkehr und nonchalante Kurzzeitparker eher schlimmer geworden“.

Ariane Riecke unterstützt eine von uns bereits veröffentlichte Beschwerde über die Heerstraße rund um die Einmündung Teufelsseechaussee. „Auch sie hält „die große und sehr unübersichtliche Kreuzung für höchst gefährlich“. Schüler von gleich fünf Schulen kreuzten hier zu Fuß oder per Rad die viel befahrene Heerstraße und deren Seitenstraßen. „Etliche Autofahrer flitzen noch schnell bei Rot vorbei.“ Außerdem müssten „viele Schüler an einer extrem engen Stelle auf der Mittelinsel auf ihren Bus warten“. Hier sollten „zumindest dicke rote Markierungen auf der Straße angebracht“ werden. Zu den Stoßzeiten beim Schulbeginn und -schluss sei auch ein Warnblinklicht sinnvoll. Die Ampelschaltung müsse geändert werden, damit Fußgänger „in einem Schwung beide Fahrbahnen überqueren können“. Jeden Tag beobachte sie „äußerst brenzlige Situationen“.

Elternvertreterin Kristine Rislov von der Carl-Orff-Grundschule dankt uns für die „unermüdliche Berichterstattung zum Thema Verkehr und das hartnäckige Aufzeigen der Probleme“. Auch dadurch hätten die Eltern erreichen können, dass „schon einmal eine Maßnahme umgesetzt wurde“. Endlich gebe es einen Poller gegen Falschparker auf der Fußgängerinsel gegenüber der Schule. Natürlich genüge das noch nicht. Deshalb plane man für den 21. August zwischen 7.30 und 8.30 Uhr eine „Verkehrsaktion“ vor der Schule, zu der „politisch aktive und interessierte Menschen herzlich eingeladen sind“.

Corinna Balkow schildert Probleme rund um die Schinkel-Grundschule an der Nithackstraße. „Schulkinder gehen gerne durch den Schustehruspark, allerdings müssen sie dann die Schustehrusstraße queren. Was für Erwachsene dank der Gehwegvorstreckung relativ einfach ist, gestaltet sich für jüngere Kinder zu einer schwierigen Situation“, da kaum ein Autofahrer für sie Kinder bremse. Außerdem sei der Gehweg vor der Schule zu schmal, um Kindern das Radfahren darauf zu ermöglichen.
Und die dortige Kreuzung „ist bis auf den letzten Meter zugeparkt, so dass Eltern vor der Gehwegvorstreckung oder in der zweiten Reihe stehen bleiben“. Entschärfen ließe sich die Situation durch Einbahnstraßen-Regelungen sowie den Aufbau von Fahrradständern im Kreuzungsbereich, was „ein Zuparken verhindern würde“ und die Stelle „leichter zu überblicken“ mache. Die Nithackstraße sollte nur gen Süden für Autos befahrbar und das Parken lediglich an einer Seite zugelassen werden. Das ermögliche den Bau eines Radwegs bis vor die Schule. An der Nithack- / Ecke Schustehrusstraße sollte nur noch Rechtsabbiegen erlaubt sein, um Fußgängern die Überquerung der Schustehrusstraße zu erleichtern. Gestalte man diese dann noch als Einbahnstraße von Ost nach West, „würde sich der Verkehr, der nur versucht, dem Stau am Spandauer Damm auszuweichen, deutlich reduzieren“.

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