Namen & Neues

Die Zukunft der alten Zigarettenfabrik

Veröffentlicht am 06.09.2019 von Cay Dobberke

Größer als der Potsdamer Platz in Mitte wird das geplante Gewerbeviertel Go West auf dem Gelände der früheren Reemtsma-Zigarettenfabrik in Schmargendorf. Das 7,4-Hektar-Areal liegt zwischen der Mecklenburgischen Straße, der Forckenbeckstraße, der Stadtautobahn und Kleingartenkolonien. Als „Herzstück“ plant Stephan Allner, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens „Die Wohnkompanie Berlin“  einen Quartiersplatz, der „etwas größer als der Walter-Benjamin-Platz“ in Charlottenburg werden soll.

Zum Konzept gehören Gastronomie, ein Hotel, ein Kino sowie ein Theater der Filmschauspielschule Berlin, die bereits zu den Mietern in der seit 2012 geschlossenen Fabrik gehört. Ein zweites Hotel kommt neben dem Eingang an der Mecklenburgsichen Straße hinzu. Architekturentwürfe zeigen Neubauten mit Klinkerfassaden, die eine Hommage an alte Berliner Gewerbehöfe sind. Auf Hochhäuser verzichtet der Bauherr.

Jetzt geht es voran. An einigen Stellen laufen Abrissarbeiten. Außerdem hat das Bezirksamt inzwischen den Umbau des alten Hochregal-Lagers genehmigt, das als eines der wenigen Bestandsgebäude erhalten werden soll und als Gründerzentrum gedacht ist. Den ersten Spatenstich will die Wohnkompanie im Januar 2020 setzen. Für den zentralen Platz wurde gerade der Bauantrag gestellt. Bis 2025 solle alles fertig sein, sagte Allner, als er in dieser Woche einige Mitglieder der SPD-Abteilung Wilmersdorf-Süd über das Gelände führte. Der Berliner Abgeordnete und Abteilungsvorsitzende Florian Dörstelmann lobte das „großartige Projekt“.

Insgesamt sollen etwa 10.000 Arbeitsplätze auf dem autofreien Gelände entstehen. Für Schmargendorf erscheint „Go West“ deutlich attraktiver als frühere Pläne des Unternehmers Kurt Krieger. Er hatte die Fabrik nach ihrer Schließung als Erster erworben, um ein Möbelhaus zu errichten. Die Wohnkompanie kaufte ihm das Grundstück vor fünf Jahren ab und hatte anfangs vor, gemäß ihres Namens dort Wohnungen zu bauen. Das Bezirksamt hielt jedoch an der baurechtlichen Bestimmung als Gewerbestandort fest. Ein ausführlicher Bericht über die Planungen erschien bereits Ende 2018 im Tagesspiegel. Diesen Beitrag unseres Immobilienspezialisten Reinhart Bünger finden Sie hier.

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