Namen & Neues

Investor bietet Geld für schöneren Hochmeisterplatz an

Veröffentlicht am 20.09.2019 von Cay Dobberke

Am Hochmeisterplatz in Halensee errichtet die Bauwert AG zurzeit 112 Eigentumswohnungen an der Stelle des früheren Postgebäudes. Zusätzlich schlägt das Unternehmen nun vor, die benachbarte Grünanlage auf eigene Kosten mit Schmuckbeeten, einem Brunnen und Umgestaltungen aufzuwerten. Doch die Begeisterung des Bezirksamts und einiger Bezirksverordneter hält sich bisher in Grenzen. Das zeigte die jüngste Sitzung des BVV-Umweltausschusses. Er freue sich über ein „Geschenk“, sagte Grünflächenamtsleiter Walter Schläger. Es gebe auch viele „Aufwertungspotenziale“ in der Parkanlage  „aber nicht durch Baumfällungen“. Bau- und Umweltstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) fügte hinzu: „Wir sind etwas skeptisch.“

Nach einem Konzept der renommierten Gartenarchitektin Gabriella Pape, die zu Gründern der Königlichen Gartenakademie am Botanischen Garten in Dahlem gehört und Bauwert berät, sollen vier Bäume weichen. Dabei geht es um eine Birke und eine Linde, die starke Schäden aufweisen und zwei Eichen, die nicht zur originalen Gestaltung des Parks durch den einstigen Charlottenburger Gartendirektor Erwin Barth gehören. Die Kronen mancher anderer Bäume sollen zurückgeschnitten werden, um die „Verschattungen“ zu beenden. Der CDU-Verordnete Hans-Joachim Fenske argwöhnte, womöglich gehe es der Bauwert nur um eine „schöne Aussicht“ für die Wohnungseigentümer. Auch Sibylle Centgraf (Grüne) sprach sich gegen Fällungen aus.

Als Ziel nannte Gabriella Pape eine „reich bepflanzte Schmuckgartenanlage“ am nördlichen Rand der Wiese. Dazu könnten eine mit Kletterrosen bepflanzte Pergola, „diverse Sitzgelegenheiten“ sowie ein „Hermesbrunnen“ gehören, dessen Modell die Künstlerin Meret Oppenheim in den 1960er Jahren entworfen hatte. Die Gesamtkosten samt einer dreijährigen Grünpflege schätzte der Leiter der Projektentwicklung bei der Bauwert AG, Tim Obermann, auf 500.000 Euro. Außerdem wolle man ins Grundbuch eintragen, dass die „zusätzlichen Pflegekosten“ in Höhe von bis zu 30.000 Euro jährlich später von der Eigentümergemeinschaft im Neubau getragen werden.

Entschieden ist noch nichts, die Ausschussmitglieder wollen erst einmal mit ihren Fraktionen über die Ideen beraten.