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FDP-Forum: Bürger wollen autofreie Tauentzienstraße testen, Pfarrer bekräftigt Kritik am Zustand des Breitscheidplatzes

Veröffentlicht am 01.11.2019 von Cay Dobberke

Um die „Zukunft der City West“ ging es am Mittwochabend bei einem Bürgerforum der bezirklichen FDP-Fraktion im Europa-Center. Eines der Themen: Sollte die Tauentzienstraße autofrei werden? FDP-Fraktionschef Felix Recke schrieb später: „Die Anwesenden begrüßten die Idee einer Fußgängerzone zwischen Wittenbergplatz und Joachimsthaler Straße, um dem Boulevard wieder mehr Aufenthaltsqualität zu geben.“ Wichtig sei den Bürgern gewesen, dass dies nur im Gleichklang mit einem Nutzungskonzept für die neu gewonnenen Flächen, dem Ausbau des ÖPNV und einem Parkleitsystem geschehe. Einige Teilnehmer hätten „eine temporäre Sperrung“ der Tauentzienstraße befürwortet, um die Auswirkungen zu testen.

Pfarrer Martin Germer von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche erneuerte seine Kritik an der Verschandelung des Breitscheidplatzes durch Poller, Drahtkörbe mit Sandsäcken und andere Sicherheitsmaßnahmen gegen Terroranschläge. Dazu hatte er bereits im Sommer einen Brandbrief an Innensenator Andreas Geisel (SPD) und das Bezirksamt geschrieben. Diesmal beklagte der Pfarrer außerdem direkte Folgen für die Kirche, wie Tagesspiegel-Volontärin Nina Breher aus der Veranstaltung berichtet. Laut einer Zählung in diesem Jahr „verzeichnen wir zehn bis 20 Prozent weniger Besucher“, sagte Germer. Das bedeute auch weniger Einnahmen, im Schnitt spende jeder Besucher einen bis fünf Euro.

Gleichzeitig seien die Kosten der Gemeinde für Sicherheitsmaßnahmen auf bisher etwa 100.000 Euro im laufenden Jahr gestiegen, rechnete der Pfarrer vor. „Das ist eine große Belastung.“ Für den Breitscheidplatz seien optisch ansprechende Sicherheitsmaßnahmen nötig, zum Beispiel „ein normales Geländer mit Schutzwirkung“.

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