Namen & Neues
Polizeischutz für Immobilienfirma
Veröffentlicht am 17.07.2020 von Cay Dobberke

Foto: Cay Dobberke
Rund um die Uhr stehen seit Wochen drei Polizeiwagen am Kurfürstendamm zwischen dem Adenauer- und Olivaer Platz. Viele Passanten rätseln darüber. Eine Maßnahme gegen Blitzeinbrüche kann es nicht sein, denn die Polizei ist ja auch tagsüber präsent – während Kriminelle nur nachts mit gestohlenen Autos in Luxusläden krachen. Es geht auch nicht um Raser auf dem Ku’damm.
Tatsächlich schützen Beamte den Firmensitz des umstrittenen Immobilienunternehmers Gijora Padovicz, seine nahe Wohnung und die Kanzlei seines Rechtsanwalts.
Die Sorge gilt möglichen Attacken von Unterstützern des selbsterklärten „anarcha-queer-feministischen“ Hausprojekts Liebig34 in Friedrichshain. Das besetzte Haus ist eines der letzten Symbole der linksautonomen Szene in Berlin. Im Juni setzte Padovicz vor dem Landgericht eine Räumungsklage gegen den Bewohnerverein durch. Vor den Büros am Ku’damm gab es vorher schon Protestaktionen gegen Bauprojekte am Ostkreuz und an der Rummelsburger Bucht.
Am vorigen Dienstag besetzten „Liebig34“-Sympathisanten das Kunstwerk „Molecule Man“ in der Spree zwischen der Oberbaum- und der Elsenbrücke. Sie kletterten hinauf, brachten den Schriftzug „L34 STAYS – Wohnraum ist keine Ware“ an und verpassten einer der drei Figuren eine Sturmhaube in Regenbogenfarben sowie einen schwarzen Rock.
Offiziell darf oder will die Polizei nur mitteilen, dass sie am Ku’damm „mehrere Objekte“ bewacht. Das Ergebnis unserer Recherche wurde aber auch in Polizeikreisen bestätigt.