Namen & Neues

Abgeordneter statt Bürgermeister - Reinhard Naumann hat neue Pläne

Veröffentlicht am 14.08.2020 von Cay Dobberke

Der seit neun Jahren amtierende Charlottenburg-Wilmersdorfer Bürgermeister Reinhard Naumann (SPD) kandidiert nicht noch einmal für den Chefposten im Bezirksamt. Stattdessen zieht es ihn ins Berliner Abgeordnetenhaus. Bei den Wahlen im Herbst 2021 wolle er in einem der sieben Wahlkreise im Bezirk als Direktkandidat für das Landesparlament antreten, sagte Naumann am Freitag dem Tagesspiegel. Seine entsprechende SPD-interne Bewerbung werde er zunächst „mit der Basis besprechen“.

Nach 32 Jahren in der Kommunalpolitik und 20 Jahren als Bezirksamtsmitglied werde für ihn 2021 „der Moment für Veränderungen“ kommen, hatte Naumann am Donnerstagabend im bezirklichen SPD-Kreisvorstand erklärt. Sein Ziel laute, dass „die SPD erneut stärkste Kraft wird und Franziska Giffey auf Michael Müller als Regierende Bürgermeisterin folgt“. Zugleich versprach er Müller seine „volle Unterstützung“ bei dessen Bewerbung um die SPD-Bundestagskandidatur im Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf.

Am vorigen Montag wurde Reinhard Naumann 60 Jahre alt. Er war in Charlottenburg aufgewachsen, machte sein Abitur am Schiller-Gymnasium und studierte Jura an der Freien Universität (FU) Berlin. Das zweite Staatsexamen absolvierte er mit dem Schwerpunkt Staats- und Verwaltungsrecht – was ihm später den Weg ins Bezirksamt ebnete.

Der SPD gehört Naumann seit 1979 an. Zehn Jahre später wurde er in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gewählt, ab 1995 führte er dort fünf Jahre lang die SPD-Fraktion. Beruflich arbeitete er zunächst im Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben und in der Senatssozialverwaltung. Bevor er 2011 zum Bürgermeister aufstieg, war er zehn Jahre lang Bezirksstadtrat für  Jugend, Familie, Schule und Sport.

Für den Chefposten im Rathaus Charlottenburg gibt es, wie aus verschiedenen Quellen zu erfahren war, mindestens eine Interessentin aus der SPD nämlich Heike Schmitt-Schmelz, die bisher als Bezirksstadträtin für Jugend, Familie, Bildung, Sport und Kultur amtiert. Sie hat ihre mögliche Bewerbung als Bürgermeisterin aber noch nicht erklärt. Offenbar, um ihre Parteifreunde nicht mit einer Ankündigung in der Presse zu verärgern, äußert sie sich nur vorsichtig. „Ich bin gerne im Bezirksamt und will meine Arbeit auch fortführen.“ Zu „allem anderen“ wolle sie sich „zu gegebener Zeit“ gegenüber den Genoss(inn)en erklären.