Namen & Neues

Wohnungsbaugesellschaften "machen Bogen um die City West"

Veröffentlicht am 02.10.2020 von Cay Dobberke

Fast 12.500 neue Wohnungen haben die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften von Anfang 2017 bis Mitte dieses Jahres in Berlin fertiggestellt – aber keine einzige davon in Charlottenburg-Wilmersdorf. Das geht aus einer Übersicht des Senats hervor. Der neue Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel (Linke) stehe vor einem „massiven Handlungsbedarf“, schreiben Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) und Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) in einer gemeinsamen Erklärung.

Naumann findet: „Es kann nicht angehen, dass die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften faktisch einen Bogen um die City West machen.“ Auch Genossenschaften müssten bezahlbaren Wohnraum schaffen. Das Bezirksamt werde bald in einem ersten Gespräch mit Senator Scheel auf eine „Kurskorrektur“ drängen.

Bisher sehe es „für die Zukunft nicht besser aus“, rechnet Schruoffeneger vor. Im genannten dreieinhalbjährigen Zeitraum hätten die Wohnungsbaugesellschaften nur fünf Anträge für künftige Projekte im Bezirk gestellt, stadtweit seien es 120. Und von insgesamt 104 Förderanträgen für geplante Sozialwohnungen entfalle lediglich einer auf den Bezirk.

„Mau“ findet der Baustadtrat auch die Entwicklung bei Bestandszukäufen. Nur 171 von 11.936 Wohnungen, die von den landeseigenen Gesellschaften im Jahr 2019 erworben wurden, lägen in der westlichen Innenstadt, obwohl „dieses Instrument gerade für Stadtteile mit Mangel an preiswertem Wohnraum gedacht“ sei.

Bei den „horrenden Grundstückspreisen“ in der Innenstadt sei es für landeseigene Gesellschaften natürlich schwer, zu sozialverträglichen Preisen zu bauen, räumt Schruoffeneger ein.  Leider habe es die Stadtentwicklungsverwaltung versäumt, die „notwendigen Rahmenbedingungen“ zu schaffen.