Namen & Neues

Bezirk will Thai-Markt verkleinern und legalisieren

Veröffentlicht am 16.10.2020 von Cay Dobberke

Für den thailändischen Streetfood-Markt im Wilmersdorfer Preußenpark hat das Bezirksamt soeben ein neues Konzept beschlossen. Bis zum Ausbruch der Coronavirus-Pandemie hatten Händler dort oft mehr als 100 Stände aufgebaut. Künftig wird deren Zahl auf 60 begrenzt. Um die Wiese zu schonen, deren weitgehende Zerstörung von Anwohnern und Politikern kritisiert wurde, entsteht im Nordwesten der Grünanlage ein spezieller Marktplatz. Dort soll auch ein Multifunktionsgebäude mit einem Lager für mobile Stände sowie Waschbecken, Toiletten und möglichen „weiteren bezirklichen Angeboten“ errichtet werden.

Bis zum Ende dieses Jahres will der Bezirk einen gemeinnützigen Marktbetreiber suchen und auswählen. Über einen Beirat würden die thailändische Gemeinschaft und die zuständigen Ämter „eingebunden“, heißt es. Während der Bauarbeiten im kommenden Jahr soll der Markt in einer provisorischen Form stattfinden. Der Verkauf der Speisen und Getränke wird jährlich zwischen März und Oktober erlaubt, und zwar jeweils von Freitag bis Sonntag.

Der Markt ist weit über den Bezirk hinaus bekannt und steht in Reiseführern, wurde jedoch nie genehmigt, sondern erwuchs anarchisch aus Familientreffen thailändischer Berliner. Künftig sollen die Händler dagegen Gebühren und Steuern zahlen sowie Hygienevorschriften und das Gewerberecht beachten. Wir hatten die geplanten Veränderungen bereits im Februar dieses Jahres vorgestellt. Eine am Freitag veröffentliche Mitteilung des Bezirksamts, die auch politische Statements enthält, können Sie hier im Wortlaut lesen.