Namen & Neues

Neuer Platz erinnert an Komponisten

Veröffentlicht am 16.10.2020 von Cay Dobberke

Den Namen des Komponisten und Dirigenten Werner Richard Heymann (1896-1961) trägt ein Platz im neuen Wohnviertel Maximilians-Quartier, das die Groth-Gruppe auf Teilen der früheren Kleingartenkolonie Oeynhausen in Schmargendorf  gebaut hat. Offiziell wurde der Platz zwar schon im April benannt, doch wegen der Coronakrise gab es keine Feier. Stattdessen traf sich Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) dort soeben mit der Tochter des Musikers, Elisabeth Trautwein-Heymann.

„Es berührt mich tief, dass mit diesem Straßennamen mein Vater wieder nach Berlin zurückgekehrt ist“, sagte sie. „Er war dieser Stadt sehr verbunden, bevor er emigrieren musste und hat unter vielen verschiedenen Adressen in Charlottenburg und Wilmersdorf gelebt.“

Wegen seiner jüdischen Abstammung war Heymann 1933 „mit nur zwei Koffern“, wie die Tochter erzählt, vor der Verfolgung durch die Nazis geflohen. Nach Stationen in Paris und London gelang ihm Ende der 1930er-Jahre in den USA der Durchbruch. Er schrieb viele Musiken für Hollywoodfilme und wurde er mehrfach für den Oscar nominiert. 1951 kehrte Heymann nach Deutschland zurück, wo er 1961 in München starb. Zu seinem Werk gehören auch Operetten, Schlager und Chansons. An seinem ehemaligen Wohnhaus am Karolingerplatz 5a in Westend gibt es eine Gedenktafel.