Namen & Neues

Im Lietzenseepark soll es ruhiger werden

Veröffentlicht am 06.11.2020 von Cay Dobberke

Einen „Anstieg der nächtlichen Nutzung des Lietzenseeparks, vor allem durch Jugendliche und junge Erwachsene, die hier chillen, feiern, trinken und Musik hören“, beobachtet (nicht nur) der Verein ParkHaus Lietzensee, der das alte Parkwächterhaus sanieren und zum sozio-kulturellen Zentrum machen will. Es gebe zunehmende Ruhestörungen in den Nächten, mehr Müll und eine „gestiegene Kriminalitätsrate“ in dem denkmalgeschützten Park, schrieben die engagierten Bürger nach einem ersten „Arbeitstreffen“ mit verschiedenen Institutionen.

Die Einladung dazu stammte von einem „städtebaulichen Präventionsteam“ des Polizeiabschnitts 24. Vertreten waren auch das Ordnungs-, das Jugend- und das Grünflächenamt, die Berliner Stadtreinigung, die auf Jugendarbeit spezialisierte gemeinnützige Gesellschaft Outreach und der zweite Anwohnerverein Bürger für den Lietzensee.

Besonders im vorigen Sommer, in dem viele Menschen wegen geschlossener Clubs und Bars in öffentliche Parkanlagen ausgewichen seien, war es nach Ansicht des ParkHaus-Vereins „unmöglich, zwischen dem Nutzungsdruck im Park und dem verdienten Nachtschlaf der Anwohner vermitteln zu können“.

Jetzt wurden „bauliche Veränderungen“ diskutiert, aber vor allem wegen des Denkmal- und Naturschutzes verworfen. Dazu gehörten eine stärkere Beleuchtung, „schalldämmende Installationen“ und eine „Ausdünnung der Vegetation“. Es soll auch keine nächtliche Sperrung des ganzen Parks geben, um junge Leute – oder auch schlafende Obdachlose – „nicht zu kriminalisieren“.

Stattdessen sind der Einsatz von „Parkläufern, Streetworkern oder Konfliktlotsen“ und eine Kooperation mit der im September gestarteten Initiative Zusammen sind wir Park der Senatsumweltverwaltung im Gespräch. Zu den Vorschlägen gehört außerdem eine „räumliche Entzerrung“ innerhalb des Parks, wobei noch unklar ist, wie diese verwirklicht werden könnte. Ab Januar will eine kleinere Arbeitsgruppe weiter beraten.