Namen & Neues

Bürgerverein sucht Geldgeber für "Stolpersteine"

Veröffentlicht am 20.11.2020 von Cay Dobberke

Bis zur Judenverfolgung in der Nazizeit seien 14 Prozent der Wilmersdorfer jüdischer Herkunft gewesen, betont die Initiative Bundesplatz. Im Vergleich aller damaligen Berliner Bezirke bedeute dies den „höchsten Anteil jüdischer Bevölkerung“. Deshalb liege es im heutigen Ortsteil Wilmersdorf „besonders nahe, sich auf die Spurensuche nach ehemaligen Nachbarn zu begeben“, die deportiert und ermordet wurden. Mitglieder des Anwohnervereins haben die Schicksale von 17 Menschen erforscht, vor deren einstigen Wohnhäusern es noch keine Stolpersteine zum Gedenken gibt.

Das sollte sich eigentlich am 23. November ändern. „Nach langer Wartezeit“ habe man Stolpersteinverlegungen mit dem Künstler Gunter Demnig geplant, heißt es. Doch wegen der Coronavirus-Pandemie wurde der Termin kurzfristig abgesagt. Die Messingtafeln sind aber schon bestellt und sollen im kommenden Jahr „bei der nächsten Gelegenheit“ verlegt werden. Dafür bittet die Initiative Bundesplatz um Spenden. Jeder der 17 Stolpersteine kostet 120 Euro, insgesamt geht es also um 2040 Euro.

Ein Spendenkonto gibt es bei der Bezirkskasse Charlottenburg-Wilmersdorf (IBAN: DE89 1001 0010 0004 8861 01, BIC: PBNKDEFF
Verwendungszweck: 0634 000 2681 12, Stichwort: „Bundesplatz“).
Spenden bis 200 Euro werden vom Finanzamt gegen Kopie des Überweisungsbelegs anerkannt. Für höhere Beträge kann der Bezirk eine Spendenbescheinigung ausstellen. Sollte mehr Geld als benötigt zusammenkommen, will der Verein diese Mittel in weitere Stolpersteine oder „von Schulen initiierte Stolpersteinrecherchen“ investieren.