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Aufzug für den U-Bahnhof Neu-Westend kommt noch später

Veröffentlicht am 05.02.2021 von Cay Dobberke

Erst im vierten Quartal 2023 soll der U-Bahnhof Neu-Westend unterhalb  der Reichsstraße und des Steubenplatzes mit einem Aufzug barrierefrei werden – zwei Jahre später als zuletzt erwartet. Noch sind nicht einmal Bauarbeiten an der Station der Linie U2 zu sehen.

Ein seit 2019 laufendes Anhörungsverfahren zu diversen Aspekten des Projekts „konnte aufgrund der Einsprüche verschiedener Verwaltungen bisher nicht abgeschlossen werden“, sagt BVG-Sprecherin Petra Nelken. Einzelheiten möchte sie nicht nennen und verweist auf die Senatsverkehrsverwaltung als federführende Behörde. Einen „hoffentlich positiven Bescheid“ erwarten die Verkehrsbetriebe im zweiten Quartal dieses Jahres. Die Senatsverwaltung hat eine Nachfrage des Tagesspiegels noch nicht beantwortet.

Ihr Ziel, die Berliner U-Bahnhöfe bis 2020 weitgehend barrierefrei zu machen, verfehlte die BVG unter anderem auch in den Stationen Deutsche Oper und Mierendorffplatz. Mehr dazu können Sie auf tagesspiegel.de lesen. Am Ernst-Reuter-Platz bremste ein bizarrer Streit um Blumenkübel und den Denkmalschutz den Fortschritt. Diese Auseinandersetzung ist beendet, aber es läuft noch eine Anhörung im Planfeststellungsverfahren. Erst zwischen 2022 und 2024 könnten die zwei für den Ernst-Reuter-Platz gedachten Aufzüge in Betrieb gehen, heißt es nun.

Im 1922 eröffneten Bahnhof Neu-Westend habe sich der Aufzugsbau durch „komplexe Abstimmungen in der Ausführungsplanung“ und die „Anpassung von Straßenplanungen oder Überarbeitungen von Fahrradwegen“ verzögert, lautete die erste Auskunft von BVG-Sprecher Jannes Schwentu im Frühjahr 2020.

Inzwischen wird ein Baubeginn im vierten Quartal 2022 angestrebt. Der Aufzug werde die Bahnsteige direkt mit einer neuen Mittelinsel in der Olympischen Straße verbinden, sagt Petra Nelken. „Ein Umsteigen auf Schalterhallenebene entfällt.“ Allerdings bringe diese „Vorzugsvariante“ einen hohen Aufwand mit sich. Oberirdisch seien „umfangreiche Umplanungen des Straßenlandes“ nötig, außerdem müssten „die neu zu errichtenden Radwege sowie eine neue Lichtsignalanlage“ berücksichtigt werden.

Die Planungsgeschichte des Aufzugs reicht bis ins Jahr 2003 zurück. Damals kündigte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine „bauliche Umsetzung nach 2010“ an (die Quelle finden Sie im Archiv des Berliner Abgeordnetenhauses). Und in gewisser Weise scheint dies nicht einmal gelogen – schließlich liegt auch der viel spätere Zeitraum, zumindest im reinen Wortsinn, nach dem Jahr 2010.