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Umweltverband lobt Radwege in der Kantstraße

Veröffentlicht am 10.12.2021 von Cay Dobberke

Als „grandiosen“ und „sensationellen“ Erfolg feiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Pop-Up-Fahrradspuren in der Kantstraße und der Neuen Kantstraße. Der Radverkehr habe sich mehr als verdreifacht – nämlich von durchschnittlich 1500 auf mehr als 5100 Fahrräder pro Tag. Gleichzeitig sei der Kfz-Verkehr um 22 Prozent zurückgegangen. Vor der Einrichtung der Radwege waren demnach täglich knapp 21.000 Fahrzeuge auf der Straße unterwegs und später nur noch knapp 16.400.

Die Umweltorganisation beruft sich unter anderem auf Daten der Mobilitätsplattform Strava Metro. Auch die Luftqualität habe sich „erheblich verbessert“, heißt es. Nach eigenen Messungen sei die Belastung mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) an verschiedenen Stellen der Kantstraße von 33 und 35 Mikrogramm je Kubikmeter Luft auf 21 und 25 Mikrogramm gesunken. Der ganze Untersuchungsbericht steht hier auf der Webseite der Deutschen Umwelthilfe.

In deutschen Städten sei „kurzfristig eine Verdopplung der Radwege“ nötig, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Zugleich „muss ich die Zahl der Autos in unseren Städten halbieren“. Pop-Up-Radwege könnten dazu als „kostengünstige und schnell umsetzbare Maßnahmen“ beitragen. Vize-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz fügte hinzu, in der Kantstraße profitiere auch der Fußverkehr, weil Radler:innen „nicht mehr aus Angst vor Autos auf dem Gehsteig fahren müssen“.

Die Linksfraktion in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf begrüßte diese Einschätzungen, wies aber auch auf anhaltende Probleme hin. „Statt freier Fahrt für den umweltfreundlichen ÖPNV stehen Fahrgäste nun wesentlich länger im Stau und warten auf den Bus“, kritisierte die Sprecherin für Umwelt und Verkehr, Frederike-Sophie Gronde-Brunner. Ungeklärt bleibe auch, wie die Feuerwehr einige Häuser im Notfall erreichen könne.

Das neue Bezirksamt müsse schnell mit dem Umbau der Kantstraße für dauerhafte Radwege beginnen, fordern die Linken. Darüber hinaus sei ein Konzept für den ganzen Bezirk nötig, das „geschützten Radwegen und Busspuren den Vorrang vor individuellem motorisiertem Verkehr gibt“.