Namen & Neues
Ärger um geplantes Bürohaus an der Bleibtreustraße
Veröffentlicht am 14.01.2022 von Cay Dobberke
An der Stelle des Restaurants „Zillemarkt“ in der Bleibtreustraße, das vor rund einem Jahr abgerissen wurde, will der Projektentwickler Primus Immobilien AG ein siebenstöckiges Bürohaus bauen. Derzeit ist das Gelände eine Brache (Foto hier). Eigentlich gehört es zu einem Wohngebiet. Primus hat eine Befreiung vom Planungsrecht beantragt. „Der Versuch des Investors, ein Wohngrundstück für gewerbliche Zwecke umzuwandeln, empört uns!“, schrieb uns die Nachbarin Petra Drißner im Namen mehrerer Anwohner:innen.
Diese haben auch beim Bezirksamt und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung schriftlich protestiert. Rund um die Bleibtreustraße seien Läden oder Lokale im Parterre zulässig und akzeptabel, findet Petra Drißner. Die ersten bis dritten Etagen könnten oft teilgewerblich genutzt werden. Jetzt gehe es aber um ein reines Bürogebäude, das „dem Wohnungsmarkt möglichen Wohnraum entzieht“.
Bezirksbaustadtrat Fabian Schmitz-Grethlein (SPD) sagt, in die noch laufende Prüfung des Befreiungsantrags würden „Rückmeldungen der Nachbarn selbstverständlich mit einbezogen“. Grundsätzlich strebe auch er an, „möglichst viele Flächen im Bezirk einer Wohnnutzung zugänglich zu machen“. Doch im aktuellen Fall „fehlt etwas die Phantasie, mir hier eine Bebauung vorzustellen, die gesunde Wohnverhältnisse gewährleistet“. Das Grundstück sei sehr schmal, werde im Süden von einer Brandwand begrenzt und liege direkt neben der S-Bahntrasse. In vergleichbaren Lagen seien zuletzt „fast ausschließlich Hotels entstanden“.