Namen & Neues
Vorstoß für mehr Aufenthaltsqualität am Bahnhof Jungfernheide
Veröffentlicht am 30.06.2023 von Cay Dobberke
Schön ist es nicht im und um den Bahnhof Jungfernheide in Charlottenburg-Nord. Am Südeingang der S- und U-Bahn-Station nahe der Olbersstraße prägen der Beton der 1980-er-Jahre-Architektur und steinerne Bodenplatten den kleinen Vorplatz.

Es gibt keine Sichtachse zur Straße. Fahrgäste müssen einen Weg zwischen Kleingärten und einer Kita durchqueren, der kaum einsehbar ist und nachts nur wenig von ein paar Laternen beleuchtet wird.
Kaum besser sieht es am Nordeingang neben der Max-Dohrn-Straße aus. Dort läuft man zwischen einem Abfallcontainer, Mülltonnen, dem Autoparkplatz und einem eingezäunten Privatgelände entlang.

In der Passage im Bahnhof gibt es nur wenige Geschäfte. Jetzt will es die SPD-Fraktion Charlottenburg-Wilmersdorf nicht länger hinnehmen, dass „weder das Bahnhofsgebäude noch seine Vorplätze eine nennenswerte Aufenthaltsqualität aufweisen“ und wie ein „Relikt aus städte- und verkehrsplanerisch längst vergangenen Tagen“ wirken.
Für eine Neugestaltung soll sich das Bezirksamt gemeinsam mit dem Berliner Senat, der Deutschen Bahn und der BVG engagieren. So steht es in einem SPD-Antrag, der am Mittwoch in den BVV-Stadtentwicklungsausschuss eingebracht wurde. Der stark frequentierte Bahnhof müsse „endlich seiner Rolle als regionaler Verkehrshub gerecht werden“.
Die Passage könne breiter und offener gestaltet werden und Fahrgästen eine bessere Orientierung ermöglichen, heißt es. Der Weg an der Olbersstraße solle „in seiner jetzigen Form nicht mehr existieren“ und der Zugang „über einen offen gestalteten Vorplatz ermöglicht“ werden. Aus dem Antrag geht aber nicht hervor, wie das gelingen kann. Einer Vergrößerung des Platzes stehen die Kleingärten und die Kita im Weg.
Nötig seien auch Sitzbänke, mehr Mülleimer und „entsiegelte Flächen mit Stadtgrün“, findet die SPD-Fraktion. Für die Müllcontainer, die von den Bahnhofsläden genutzt werden, schlägt sie ein „geschlossenes Häuschen“ vor, damit „Schädlinge nicht mehr den Platz belasten“. Außerdem sollten Standorte für öffentliche Toiletten geprüft werden.
Zu den weiteren Forderungen gehören „ausreichend überdachte Fahrradstellplätze“. An der Max-Dohrn-Straße könne vielleicht ein Fahrradparkhaus gebaut werden. Auch in diesem Eingangsbereich müsse die Aufenthaltsqualität verbessert werden.
Der Senat plant dort die Endhaltestelle der Straßenbahnlinie M10. Ab 2028 soll sie zwischen der Warschauer Straße – via U-Bahnhof Turmstraße in Moabit – und dem Bahnhof Jungfernheide verkehren.
Einen barrierefreien Zugang zum Bahnhof über die Fußgängerbrücke am Tegeler Weg fordert die Grünen-Fraktion. Bisher gelangt man auf der östlichen Seite nur über Treppen auf die Brücke.
Im BVV-Stadtentwicklungsausschuss, der am Mittwoch stattfand, wurde das Thema allerdings nicht verhandelt, sondern auf die nächste Ausschusssitzung vertagt.