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BVV-Ausschuss fordert mehr Radwege und Lieferzonen
Veröffentlicht am 03.05.2024 von Cay Dobberke
Für geschützte Radfahrstreifen im kilometerlangen Straßenzug der Kaiser-Friedrich-, Lewisham- und Brandenburgischen Straße stimmte die Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf bereits 2021 auf Antrag der Linksfraktion. Das Bezirksamt wandte sich damals an die zuständige Senatsverkehrsverwaltung. In einem Antwortschreiben zeige diese eine „sehr positive Haltung“, hieß es wenig später. Realisiert wurde bisher aber nichts.
Inzwischen gehört die Kaiser-Friedrich-Straße zu mehr als 30 Berliner Hauptstraßen, in denen bald wieder Tempo 50 statt 30 gelten soll. „Damit steigt die Gefahr für Radfahrer:innen und für Fußgänger:innen enorm“, findet die Verkehrspolitikerin und Co-Fraktionsvorsitzende der Linken, Frederike-Sophie Gronde-Brunner. In einem neuen Antrag verlangt sie die „sofortige Umsetzung“ des alten BVV-Beschlusses.
Die CDU und die Grünen haben den Vorstoß mit einem Ersetzungsantrag abgeändert, der am vergangenen Dienstag eine Mehrheit im bezirklichen Verkehrsausschuss fand. In den drei Straßen sowie einem kurzen Abschnitt der Berliner Straße solle es eine Neugestaltung „unter der Berücksichtigung von allen Verkehrsteilnehmenden“ geben, heißt es. Neben Radwegen seien Lieferzonen für Transporte wichtig. Als Vorbild gilt die östliche Kantstraße, wo die Radwege „durch parkende Autos geschützt“ würden.
Bisher existiert nur in wenigen Teilen des genannten Straßenzugs ein Radweg oder ein (ungeschützter) Radfahrstreifen. Welche Chancen die Forderungen bei der Senatsverwaltung haben, scheint noch unklar. Es geht nicht um die seit Jahren geplanten neuen Radwege in einem längeren Abschnitt der Berliner Straße. Dieses Projekt verzögert sich aber auch noch immer.
- Berlinweit sollen in diesem Jahr 38,7 Kilometer neue Radwege fertiggestellt werden, darunter einige in Charlottenburg-Wilmersdorf. Darüber berichten wir exklusiv auf Tagesspiegel Plus.