Namen & Neues

Studentenwohnungen statt Kleingärten

Veröffentlicht am 27.11.2025 von Cay Dobberke

Auf Teilen der Wilmersdorfer Kleingartenkolonie „Am Stadtpark I“ will die landeseigene Wohnungsgesellschaft Berlinovo 262 Apartments für Studierende bauen. 20 weitere Wohnungen sind für Gastwissenschaftler oder junge Behörden-Führungskräfte gedacht. Hinzu kommt eine Kita mit 50 Plätzen. Trotz starker Proteste mussten 13 Gärten an der Prinzregentenstraße schon 2023 geräumt werden. Nun hat die Berlinovo den Bauantrag gestellt und die Pläne in dieser Woche dem BVV-Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt.

Als Besonderheiten nannte Projektleiter Paul Weihermüller begrünte Fassaden und ein Konzept für Menschen mit Behinderungen, das Orientierungshilfen sowie je sieben barrierefreie Wohnungen und „rollstuhlgerechte Inklusiv-WGs“ vorsieht.

In den früheren Kleingärten gründete eine Nachbarschaftsinitiative im Frühjahr 2024 die „Klimainsel Wilmersdorf“. Es gab Veranstaltungen zur klimagerechten und sozialen Stadtentwicklung, Feste und Gemeinschaftsflächen. Ob diese Zwischennutzung im nächsten Jahr möglich bleibt, ist fraglich. Das Bezirksamt nimmt wegen des Baugenehmigungsverfahrens an, dass Bagger erst im Oktober 2026 rollen können. Die Berlinovo hat es eiliger und möchte im ersten Quartal 2026 mit Vorbereitungen beginnen, um alles bis zum dritten Quartal 2027 fertigzustellen.

Im Ausschuss wurde allgemein bedauert, dass Grünflächen verschwinden. Verordnete mehrerer Fraktionen betonten aber, die Stadt brauche mehr Studentenwohnungen. Dagegen kritisierte Frederike-Sophie Gronde-Brunner (Linke) die „teuren Studierenden-Apartments mit einem Mietpreis von 25 Euro pro Quadratmeter“. Berlin sollte lieber leer stehende Büroflächen umnutzen. Für die Klimainsel müsse es wenigstens Ersatzflächen im Kiez geben.

  • Eine Online-Petition für die Fortführung des Klimainsel-Projekts hat im Laufe eines Jahres mehr als 4300 Unterstützer:innen gefunden.
  • Simulation: Deluse Hernandez Architects, Foto: Cay Dobberke