Kiezgespräch

Veröffentlicht am 17.11.2017 von Cay Dobberke

Linke fahren nicht auf VW ab. „Keine Ehrung für Abgasbetrüger und die Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft“, lautet der kämpferische Titel eines Antrags, den die Linksfraktion in die BVV eingebracht hat. „Insbesondere nach der Diesel-Abgasaffäre“ solle die Zentralbibliothek der Technischen Universität (TU) und der Universität der Künste (UdK) an der Fasanenstraße nicht mehr „Volkswagen-Bibliothek“ heißen. Das Bezirksamt möge auf die Umbenennung hinwirken, später könnten Studenten der Unis beteiligt werden. Es gehe nicht nur um den Diesel-Skandal, vielmehr stehe „die Verbindung von Wirtschaft und Wissenschaft einer kritischen und progressiven Forschung häufig entgegen“.

Nicht erwähnt wird, dass erst ein Zuschuss des Autokonzerns in Höhe von rund fünf Millionen Euro eine Finanzierungslücke bei der 2004 eröffneten Bibliothek geschlossen hatte (der Bund und Berlin steuerten je 25 Millionen Euro bei). Nun sollen zunächst die BVV-Ausschüsse über den Antrag beraten. Selbst wenn er eine Mehrheit fände, wären die Unis aber wohl kaum einverstanden. „Die TU Berlin beabsichtigt derzeit nicht, an dem Status quo etwas ändern zu wollen“, stellte Sprecherin Steffi Terp auf Nachfrage klar. Cay Dobberke