Kiezgespräch

Veröffentlicht am 13.04.2018 von Cay Dobberke

Geldgeber für neue Länderfahnen. In der Posse um die fehlenden Flaggen der 16 Bundesländer auf dem Jakob-Kaiser-Platz bahnt sich ein vorläufiges Happy End an. Nachdem wir berichtet hatten, dass nach Sturmschäden keine einzige Fahne mehr an den Masten hängt, thematisierte dies auch der „Berliner Rundfunk“ in seinem Radioprogramm. Daraufhin meldete sich Manfred Strohscheer aus Zehlendorf bei Morgenmoderatorin Simone Panteleit und versprach, 15.000 Euro zu spenden. Auf diese Summe schätzt Bezirksbaustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) die jährlichen Kosten. Zumindest vorerst scheint die Beflaggung also gesichert.

Das Motiv des Spenders ist nicht Patriotismus. „Ich möchte die Manfred-Strohscheer-Stiftung bekannt machen“, sagt der 80-jährige frühere Immobilienunternehmer. Die von ihm gegründete und finanzierte Stiftung engagiert sich im medizinischen, kulturellen und sozialen Bereich. Zusammen mit der Deutschen Hirnliga wurde beispielsweise ein Preis für die Erforschung der Alzheimer-Krankheit ausgelobt. Für Fortschritte wie die Entwicklung eines Medikaments stellt Strohscheer innerhalb von drei Jahren insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung. Außerdem fördert die Stiftung die Deutsche Oper an der Bismarckstraße, den Verein „Straßenkinder“ und andere Jugendprojekte.

Und wie geht es mit den Fahnen weiter? „Nächste Woche treffe ich mich mit Herrn Schruoffeneger zum Gespräch“, sagte Strohscheer auf Nachfrage. Der Baustadtrat hatte zuletzt bezweifelt, ob es sich lohne, noch einmal Geld aus dem Bezirkshaushalt in Ersatzfahnen zu investieren. Bereits im vorigen Jahr fehlte vorübergehend die abgenutzte Hessen-Flagge, bis die hessische Landesregierung eine neue spendierte. Ursprünglich war die Schmuckbeflaggung eine Idee aus dem Jahr 2005: Der damalige Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) wollte ein Zeichen für Reisende setzen, die vom Flughafen Tegel kommen.

 

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