Kiezgespräch

Veröffentlicht am 31.08.2018 von Cay Dobberke

Ärger um Pension am „Stutti“. Anrainer des Stuttgarter Platzes sind Belästigungen gewohnt, schließlich war die Gegend mal eine Rotlichtmeile mit vielen Sexclubs (von denen heute nur noch einzelne übrig sind). Die Drogenszene ist bis heute ein Problem. Derzeit ärgern sich Geschäftsleute aber noch viel mehr über die „Pension Stern“ an der Kaiser-Friedrich-Straße 52. Seit vier Jahren leben Familien aus Osteuropa und wohl auch Flüchtlinge aus anderen Ländern in der Pension. Zu den geschilderten Problemen gehören nächtlicher Lärm, Dreck, Diebstähle und draußen „herumlungernde“ Pensionsbewohner.

Besonders betroffen sieht sich das Hotel Atrium. Es teilt mit der Pension einen Innenhof, der nur durch eine Begrenzungsmauer unterteilt ist. Hotelchefin Margarita Egorov berichtet von vielen Beschwerden ihrer Gäste über den Lärm und zeigt Handyvideos, die diesen hörbar machen. In Online-Bewertungsportalen erntet das Hotel Atrium immer mehr negative Kritiken. Der Betreiber eines Spätverkaufsladens neben der Pension berichtet von vielen Ladendiebstählen. Auch Helmut Filusch, der einen Angelladen führt, will die Zustände nicht länger hinnehmen und sammelt Protestunterschriften.

Die Polizei hat in diesem Jahr bisher 16 Anzeigen aufgenommen, vor allem wegen Diebstahl und Körperverletzung. Auch wegen des Lärms wurde die Polizei in vielen Nächten alarmiert, dabei kam es in der Regel aber nicht zu Anzeigen. Sowohl das Ordnungsamt als auch das Jugendamt und die Bauaufsicht haben die Pension mehrmals aufgesucht, konnten aber keine Verstöße gegen Vorschriften nachweisen. Für den Schallschutz ist das Ordnungsamt auch nur bis 22 Uhr zuständig.

Bei einem Treffen mit Nachbarn der Pension hat Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) soeben nach Lösungen gesucht. Zum einen riet er, künftig auch bei zuviel Lärm stets Anzeige zu erstatten. Vor allem aber will er an andere Bezirksämter appellieren, Obdachlose oder Flüchtlinge nicht mehr in der Pension einzuquartieren. Denn nach seiner Kenntnis „zahlt niemand selbst“ für die Zimmer. Die Unterbringung werde von Behörden veranlasst. Charlottenburg-Wilmersdorf sei daran allerdings nicht beteiligt.

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