Kiezgespräch

Veröffentlicht am 15.03.2019 von Cay Dobberke

Warum es noch keinen Benno-Ohnesorg-Platz gibt. Schon im Dezember 2017 hatte die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf mehrheitlich dafür gestimmt, einen Platz nach dem Studenten Benno Ohnesorg zu benennen, der 1967 bei der Kundgebung gegen den Schah von Persien nahe der Deutschen Oper vom Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen worden war. Das Bezirksamt sollte prüfen, ob der Shakespeareplatz gegenüber der Oper an der Bismarckstraße umbenannt und die dortige Shakespeare-Büste vor die Schaubühne am Lehniner Platz versetzt werden könne.

Seitdem war davon nichts mehr zu hören. Auf Anregung eines Lesers haben wir nachgefragt. Laut Bezirksbaustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) stellte sich heraus, dass der Shakespeareplatz einer privaten Eigentümergemeinschaft gehört. Das Bezirksamt habe diese „gerade noch einmal angeschrieben“. Ob und wann es zur Umbenennung kommen kann, scheint also weiterhin offen.

Für die Shakespeare-Büste ist inzwischen ein anderer Ersatzstandort vorgesehen. Sie soll künftig an der Sömmeringstraße stehen, wo der Theatermacher Christian Leonard ein „Globe Theater“ nach dem Vorbild der Londoner Bühne aus William Shakespeares  Zeiten plant. Im Sommer soll es dort zunächst in einer provisorischen Bühne losgehen.

Anmerkung: In einer früheren Fassung dieses Textes stand, dass die Shakespeare Company Berlin das Globe Theater bauen wolle. Doch inzwischen hat uns das Ensemble mitgeteilt, dass Christian Leonard seit 2018 nicht mehr künstlerischer Leiter ist und man Verhandlungen um eine Beteiligung an seinem Projekt beendet habe.

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