Kiezgespräch

Veröffentlicht am 22.03.2019 von Cay Dobberke

Bürger ärgern sich über Bahnhofs-Baustellen. Seit Anfang Februar ist einer der Eingänge des U-Bahnhofs Uhlandstraße gesperrt. An der Kreuzung zwischen dem Ku’damm und der Uhlandstraße verkündet ein Aushang, die dortige Treppe stehe wegen Instandsetzungsarbeiten „auf unbestimmte Zeit“ nicht zur Verfügung. Dazu schreibt unser Leser Felix Brusberg: „Ich verstehe nicht, wie die BVG in der Hauptstadt an der Prachtstraße Kurfürstendamm einen U-Bahn-Ein- und Ausgang ohne erkennbare Not schließen kann und über nun fast zwei Monate nichts passiert.“

BVG-Sprecher Markus Falkner sagt, bei der jährlichen Untersuchung der Treppe seien „erhebliche Schäden an der Tragwerkskonstruktion“ festgestellt worden. Deshalb hätten sich die Verkehrsbetriebe aus Sicherheitsgründen zur Sperrung entschlossen. „Statische Hilfskonstruktionen oder Abstützungen können an dieser Stelle leider nicht eingebaut werden, weil unter der Treppe ein Pumpenraum liegt.“ Der Eingang solle bis zum Sommer 2020 für rund 1,6 Millionen Euro „von Grund auf instandgesetzt“ werden. Die Kosten seien nicht ungewöhnlich hoch, sagt Falkner, zumal die Seitenwände der Treppe auch die Tunneldecke trügen und während der Bauzeit eine Hilfskonstruktion installiert werden müsste. Bei einer solchen Summe könne man als Landesunternehmen aber nicht einfach eine Baufirma beauftragen. Das nötige Vergabeverfahren laufe bereits.

Am U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz sind sogar zwei der Eingänge durch Baustellen versperrt. Dazu gab es nun eine Bürgerfrage in der BVV. Unter Berufung auf BVG-Angaben teilte Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) in einer schriftlichen Antwort mit, dass Aufzüge eingebaut und der Tunnel saniert werden sollen. Hinzu komme eine Sanierung der Eingänge. Dies werde wohl bis Ende Mai 2021 dauern. Nach der Auskunft der BVG müssen rund um die Eingänge viele Leitungen neu verlegt werden. Deren Eigentümer wie die Wasserbetriebe und die Telekom hielten sich leider nicht immer an „vereinbarte Zeitfenster“. Die Verkehrslenkung Berlin habe aus Sicherheitsgründen „die Einzäunung des gesamten Baufeldes auf beiden Straßenseiten angeordnet“.

Der Brandschutz am Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz bleibe gewahrt, beruhigt die BVG. „Aktuell ist ein zweiter Fluchtweg für beide Bahnsteige als Laufweg im Gleis bis zum nächsten Notausstieg in Richtung U-Bahnhof Bismarckstraße eingerichtet.“ BVG-Personal sei stets anwesend, um Fahrgäste im Notfall sicher hinaus zu geleiten.

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