Kiezgespräch

Veröffentlicht am 16.08.2019 von Cay Dobberke

Wer baut denn da? Anwohner in Westend ärgern seit sich Jahren über einen Unternehmer, der an der Insterburgallee einen Abschnitt des Weges zwischen dem Friedhof Heerstraße und dem Georg-Kolbe-Hain von der Deutschen Bahn gekauft hat – und Passanten mit Teilsperrungen behinderte. Wir hatten darüber bereits Ende 2017 berichtet. Vielleicht wolle der Unternehmer „die Anwohner vor allem ärgern“, mutmaßte Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) damals. Nun ist der Weg auf einigen Metern komplett für Bauarbeiten gesperrt.

Unser Leser Henning Stanislawski betont, der Weg sei „ein wichtiger Zugang zur Grundschule an der Insterburgallee“ und der südliche Zugang zum Friedhof. Wieder seien „theatralische Verbotsschilder und Hinweise auf Videoüberwachung“ aufgestellt worden.“ Viola Kersten schrieb uns, dass unter Anwohnern „die Gerüchteküche hochkocht“ zur Frage, was mit dem Gelände geschieht. Unter anderem sei die Rede von einem Hundefriedhof, einem „Blumenladen mit Coffee to Go-Kiosk“ oder „Mobilhomes für Obdachlose“. Ständig würden Passanten vom Eigentümer beschimpft oder bedroht. Anwohner Gerhard Schöttner fordert Schruoffeneger auf, die Bürger darüber zu informieren, „was der Eigentümer da nun eigentlich treibt“.

Den Anwohnern schrieb Schruoffeneger neulich, die Situation sei „weiterhin außerordentlich unbefriedigend“. In den letzten zwei Jahren habe es „mehrere Auseinandersetzungen bezüglich des Zugangs zum Friedhofs“ gegeben, der „für uns unverzichtbar ist“. Das Bezirksamt habe sogar erfolglos versucht, das Grundstück „zu einem deutlich überhöhten Preis“ anzukaufen. Klar sei nur, dass an dieser Stelle nichts gebaut werden darf.

Doch warum hängen Zettel der Friedhofsverwaltung am Bauzaun, auf denen diese um Verständnis für Einschränkungen bittet? Unsere Nachfrage beim Bauamt ergab, dass die Anwohner wohl nur irrtümlich glauben, der Grundstückseigner habe die Arbeiten veranlasst. Laut Schruoffeneger gibt es mit diesem „eine Vereinbarung, wonach das Straßen- und Grünflächenamt verpflichtet und berechtigt ist, einen befestigten Weg mit Schranke auf dem Privatgrundstück herzustellen“. Nach der Fertigstellung werde der Weg wieder für Fußgänger freigegeben. Demnach ist also der Bezirk der momentane Bauherr. Ein Rätsel bleibt trotzdem: Was hat der Eigentümer mit seinem Gelände vor? Das Bezirksamt kann dazu nichts sagen.

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