Kiezgespräch

Veröffentlicht am 10.09.2021 von Cay Dobberke

Funkturm soll im November wieder für Restaurantgäste öffnen. „Bis nächstes Jahr geschlossen“, steht auf der Webseite des Berliner Funkturms. Das rund 147 Meter hohe Berliner Wahrzeichen war vor 95 Jahren – am 3. September 1926 – eröffnet worden. Derzeit könnten das Restaurant und die Aussichtsplattform nicht betreten werden, weil „die baulichen Gegebenheiten leider keinen sicheren Betrieb aufgrund der derzeitigen Abstands- und Hygieneregeln zulassen“, heißt es.

Unser Leser Holger Zebu Kluth ist ein passionierter Fotograf, würde den „schönen Turm“ gerne wieder einmal besuchen und fragte uns, wie es weitergeht.

Zumindest das Restaurant könnte im November wieder öffnen und damit rechtzeitig vor der dortigen Hochsaison. In der Adventszeit ist es ein beliebter Ort für betriebliche und private Weihnachtsfeiern. Die Messe Berlin betreibt es mit ihrer Tochtergesellschaft Capital Catering. Momentan werde geprüft, wie eine „ausreichende Belüftung des Innenraums sichergestellt werden kann“, die „zum Großteil über die Lüftungsanlage erfolgt“, sagt Kai Kottenstede, der zu den Sprechern der Messegesellschaft gehört. Das Restaurant mache nur auf, wenn sich „die Pandemie-Situation sich nicht zum Schlechten verändert“.

Nach dem aktuellem Stand soll die „3G“-Regel gelten. Gäste müssten also nachweisen, dass sie negativ auf das Coronavirus getestet, geimpft oder genesen sind. „Natürlich behalten wir die Entwicklung im Auge, sollten 2G-Regelungen auch in Berlin möglich werden“, fügt Kottenstede hinzu. Dann wäre der Restaurantbesuch ausschließlich geimpften oder genesenen Menschen erlaubt. „Wir beobachten die Diskussion sehr genau und passen dann entsprechend unsere Zugangskonzepte an.“

Als Hauptproblem beim Funkturm nennt der Sprecher die „sehr beengte räumlichen Situation“. Ein besonderes „Nadelöhr“ sei der Aufzug, der nach den aktuellen Corona-Abstandsregeln nur von einer Person genutzt werden dürfe. Aber auch im Restaurant sei die Einhaltung der Vorschriften „nur aufwendig umsetzbar“. Beispielsweise müsse verhindert werden, dass sich oben Warteschlangen vor dem Aufzug bilden.

Die Schließzeit wurde für kleinere Modernisierungen genutzt. Dazu gehörten Wartungsarbeiten am Aufzug und an der Lüftungsanlage. Unabhängig von der Coronakrise ist der Funkturm im September häufig nicht öffentlich zugänglich. Während der Internationalen Funkausstellung, die in diesem Jahr ausfiel, wird das Restaurant für „VIP-Veranstaltungen“ genutzt. Auch die Instandhaltungsarbeiten finden regelmäßig im Herbst statt.

Mehr über den Funkturm können Sie in meinem Bericht zu dessen 90. Jubiläum im Jahr 2016 lesen. Antiquarisch ist auch noch die viel zitierte Chronik Wie man ein Wahrzeichen wird erhältlich, die mein Vater Jürgen Dobberke 1976 als Sprecher der damaligen Messegesellschaft AMK Berlin geschrieben hatte.