Kiezgespräch

Veröffentlicht am 06.01.2023 von Cay Dobberke

Auerbachtunnel bleibt für Autos befahrbar. Starke Kritik musste der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion Charlottenburg-Wilmersdorf, Tobias Bergmann, im Verkehrsausschuss der BVV einstecken. Als „Fantasie und Märchen“ bezeichnete Verkehrsstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) in der Sitzung am vergangenen Mittwoch die Warnungen der FDP vor einer Sperrung des Auerbachtunnels in Grunewald für den Autoverkehr. CDU-Vizefraktionschef Karsten Sell kritisierte die „Panikmache“.

Wahr ist, dass zwischen Wannsee und Charlottenburg eine knapp 14 Kilometer lange Radschnellverbindung entstehen soll. Die vorläufige Planung sieht zwei Routen vor. Eine davon verläuft parallel zur Avus über den autofreien Kronprinzessinnenweg und neben der Siedlung Eichkamp entlang bis zum S-Bahnhof Messe Süd. Die andere zweigt am Auerbachtunnel ab und führt durch die Villensiedlung Grunewald zum S-Bahnhof Halensee am Kurfürstendamm.

Eine Karte und weitere Informationen gibt es bei der landeseigenen Planungsgesellschaft Infravelo.

Bereits Ende Oktober stand in einer Presseerklärung der FDP-Fraktion, dass der Senat und das Bezirksamt „planen, den Auerbachtunnel mindestens in eine Richtung, wahrscheinlich jedoch in beide, für den Autoverkehr zu sperren“. Die Unterführung sei „das Nadelöhr“ zwischen den Wohnsiedlungen in Eichkamp und Grunewald, protestierte Bergmann. Die FDP leitete ihre Darstellung aus einer Machbarkeitsuntersuchung für die Radschnellverbindung ab.

Bei dem „Tunnel“ handelt es sich um zwei Brücken, die zur Avus (Autobahn A 115) und der benachbarten Bahntrasse gehören. Die Fahrbahn darunter verbindet die Auerbachstraße mit der Straße Am Eichkamp.

Eine Postkartenaktion, in der die FDP-Fraktion eine mögliche Sperrung des Auerbachtunnels thematisiert hatte, führte zu vielen Nachfragen besorgter Anwohner beim Siedlerverein Eichkamp und beim Bezirksamt. Hinzu kam ein BVV-Antrag mit dem Titel „Auerbachtunnel für den Kfz-Verkehr erhalten“.

Tatsächlich sieht das Konzept der Infravelo sowohl Auto- als auch Fahrradverkehr vor. Die Detailplanung läuft noch. Stadtrat Schruoffeneger räumte ein, dass es eng werden könnte. Für eine breitere Unterführung gebe es jedoch keine Pläne.