Cay Dobberkes Tipp für Sie

Veröffentlicht am 08.02.2019

Umz! Umz! Umz! So sollen die Bässe wieder in der City West wummern, die mit den ersten Loveparades auf dem Ku’damm die Geburtsstätte der Techno-Bewegung war. „Make Techno great again“, lautet das Motto der Party Liquid Tuesday, zu der Michael Groys für Dienstag, 19. Februar, ab 22 Uhr in den New West Club an der Kantstraße 134 einlädt. Eintritt: 5 Euro. Wir verlosen Freikarten unter allen Lesern, die bis zum 11. Februar die Tagesspiegel-Gewinnspielseite aufrufen und als Stichwort „Techno“ eingeben.

Aus der Clubnacht wird eine Partyreihe. Als zweiter Termin steht bereits der 19. März fest. Danach soll es monatlich weitergehen, vielleicht an wechselnden Orten in Charlottenburg. Groys sieht sich nicht als Nostalgiker. Seine Idee entstand mehr aus pragmatischen Gründen, wie er auf Facebook schreibt: „Nachdem wir wieder über eine Stunde zum Feiern in den Osten gefahren sind, fragten wir uns, wieso man nicht den Rave zurück nach West-Berlin holen kann? Dort, wo einst alles begann. Dort, wo einst an Luxusläden hedonistische Wagen vorbeizogen und ausgelassen gefeiert worden ist.“

Diese alten Zeiten hat Groys nicht erlebt, er ist erst 27 Jahre jung. 1998 waren seine Eltern mit ihm aus der Ukraine nach Berlin übergesiedelt. Als Teenager bekam er gerade noch eine der letzten Loveparades auf der Straße des 17. Juni im Tiergarten mit. Heute ist Groys „politischer Berater“ beim Musikunternehmen BMG, wohnt in Charlottenburg und gehört als SPD-Bürgerdeputierter dem Ausschuss für Bürgerdienste, Wirtschafts- und Ordnungsangelegeheiten und Verkehr an. In einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel schrieb er über die Misere der SPD.

Beim ersten „Liquid Tuesday“ legt Diskjockey Sasha Demon, der in den 1990er Jahren aus Russland nach Berlin gekommen war, „ein breites Repertoire aus über 25 Jahren elektronischer Musik“ auf. Als „Newcomer“ tritt Michael Groys selbst auf. Er stammt aus einer jüdischen Familie und spielt unter dem Namen DJ Technojude, den er „humoristisch und doch politisch“ findet.

Die Gründung der Loveparade jährt sich im Juli zum 30. Mal. Als Hintergrundlektüre empfehle ich die Chronik, die ich zum 25. Gründungsjubiläum geschrieben hatte – vom Aufstieg zum Massenspektakel bis zum Niedergang in Berlin und der Katastrophe in Duisburg.

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