Nachbarschaft

Veröffentlicht am 06.07.2018 von Cay Dobberke

Durch Luxusmodernisierungen oder die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen werden viele Anwohner auch aus Kiezen in Wilmersdorf verdrängt. Seit März sammelt die Bürgerinitiative „Quartier Fasanenplatz“ deshalb, wie berichtet, Unterschriften für ein Milieuschutzgebiet. Nun haben die Mit-Initiatoren Jasmin Dulic (links) und Peter Gnielczyk (rechts) 1930 Unterschriften an Bezirksbaustadtrat Oliver Schruoffeneger übergeben.

Das erste Ziel ist erreicht: Die BVV wird über einen Einwohnerantrag abstimmen müssen, für den eigentlich schon 1000 Bürgerstimmen gereicht hätten. In Gesprächen mit Unterzeichnern an Infoständen „haben wir viel Politikverdrossenheit erlebt“, sagen Dulic und Gnielczyk. „Die Leute fühlen sich alleine gelassen.“

Es geht um Bereiche rund um die Schaperstraße, den Ludwigkirchplatz, den Nikolsburger Platz und den Prager Platz. Das Gebiet würde westlich bis zur Uhland- und der Sächsischen Straße reichen, im Osten bis zur Bamberger Straße, im Norden bis zur Lietzenburger Straße und im Süden bis zu Teilen der Berliner Straße.

Die ersten Milieuschutzgebiete der City West am Gierkeplatz und auf der Mierendorffinsel sollen im August in Kraft treten, wie Stadtrat Schruoffeneger ankündigte. Im nächsten Schritt folgt voraussichtlich der Klausenerplatz-Kiez, wo Bürger ebenfalls Unterschriften gesammelt haben. Die Eignung weiterer Gegenden will das Bezirksamt im Herbst prüfen. Das letzte Wort habe aber nicht die Politik, schränkte Schruoffeneger ein. Der Bedarf müsse von Gutachtern nachgewiesen werden.

Foto: Cay Dobberke

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