Nachbarschaft

Veröffentlicht am 21.09.2018 von Cay Dobberke

Einen „cosy crime“-Roman nennt Tania Krätschmar ihren Kiezkrimi „Tod in Schmargendorf„, den sie unter dem Pseudonym Karla Blum geschrieben hat. Cosy heißt für sie, dass es nicht besonders brutal zugeht. Immerhin werden zwar ein Bankangestellter und ein anderer Mann erschossen, doch Krätschmar schildert diese Morde nicht in blutigen Details. Bei der Hauptfigur der Buchhändlerin und Hobby-Ermittlerin Wanda, die nach Jahren in den USA nach Schmargendorf zurückgekehrt ist, handelt es sich teilweise um ein Alter Ego der Autorin. Denn auch die in Grunewald aufgewachsene 47-Jährige hat neben einem Germanistik-Studium eine Buchhändlerlehre absolviert. In New York arbeitete sie als Bookscout.

Heute wohnt sie nahe dem Rathaus Schmargendorf und liebt ihren Kiez, der „den Anschein einer heilen Welt“ erwecke, nicht weit vom westlichen Stadtzentrum entfernt liege und doch „nicht umsonst Dorf heißt“. Besonders schön findet Krätschmar die Stadtbücherei im alten Rathaus, in der sie schon als Kind oft war. Die Schriftstellerei ist ihr Zweitberuf. Hauptsächlich verdient sie ihr Geld mit Übersetzungen oder verfasst Klappentexte für Werke anderer Autoren. Ehrenamtlich rezensiert sie Bücher für die Berliner AG Jugendliteratur und Medien der Gewerkschaft GEW.

20 Jahre lang arbeitete Krätschmar in einem Brandenburger Biohof. Das inspirierte sie zu ihrem Bestseller „Eva und die Apfelfrauen„, den sie soeben mit „Die Rückkehr der Apfelfrauen“ aus dem blanvalet-Verlag fortgesetzt hat. Diese Bücher gehören eher zur fröhlichen Unterhaltungsliteratur. Sie haben eine überwiegend weibliche Leserschaft. Als es um den Krimi ging, „wollte der Verlag nicht, dass sich mein Profil ändert“, erzählt Krätschmar. Außerdem habe man ihr gesagt: „Wir machen keine cosy crimes.“ So entschied sich Krätschmar für das Pseudonym und brachte den Krimi, der ihr zehnter Roman ist, im Emons Verlag heraus (11,90 Euro, ISBN 978-3-7408-0404-6).

Wir verlosen vier Exemplare unter allen Lesern, die bis zum 14. September unter diesem Link die Tagesspiegel-Gewinnspielseite aufrufen und dort als Stichwort „Tod in Schmargendorf“ eingeben.

Das Lokalkolorit spielt eine große Rolle im Krimi. Beispielsweise lässt sich das Buchgeschäft, in dem Titelheldin Wanda arbeitet, leicht als die „Schmargendorfer Buchhandlung“ in der Breiten Straße identifizieren. Da lag es nahe, dass Krätschmar mit deren Betreiberin Sabine Kahl über den Verkauf des Buches sprach. Kahl habe nicht nur eingewilligt, sondern auch verlangt: „Ich will die Premierenlesung!“, erinnert sich die Schriftstellerin. Die Lesung fand vor wenigen Tagen mit mehr als 100 Besuchern in einer nahen Bankfiliale statt passend zum Schauplatz des ersten Mordes im Buch.

Foto: promo / Die Hoffotografen

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