Nachbarschaft
Veröffentlicht am 22.03.2019 von Cay Dobberke
Alexander und Sergej Braude, Restaurant Boujee, Pariser Straße 18a.
„Boujee“ klingt französisch, ist aber ein Modewort aus den USA, das auf einen Hiphop-Song zurückgeht und übersetzt in etwa „hochwertig“ und „luxuriös“ bedeutet. Das passt zum Anspruch, den sich die deutsch-russische Familie Braude aus Wilmersdorf für ihr neu eröffnetes Restaurant nahe dem Ludwigkirchplatz gesetzt hat. Nur „allerbeste, frische Lebensmittel“ sollen auf die Tische kommen, wo Gäste auch die Zubereitung in der offenen Küche beobachten können. Als Küchenchef fungiert Christian Lorenzini, der vor allem in Russland ein bekannter Koch ist und dort zwei eigene Restaurants betreibt.
Die Räume an der Pariser Straße lagen nach einer aufwändigen Haussanierung jahrelang brach, während in den oberen Etagen außergewöhnlich teure Eigentumswohnungen entstanden. Für Restaurant-Chef Sergej Braude hat sich nun „ein Traum verwirklicht“. Er stammt aus der Modebranche und betrieb früher unter anderem eine Boutique am Ku’damm. Im Boujee unterstützen ihn sein Sohn Alexander, der außerdem gerade Business Management studiert, und seine auch in der Modeszene tätige Tochter Victoria (sie schätzt ihre Rolle im Restaurant allerdings als so gering ein, dass sie nicht mit auf unser Foto wollte).
Sergej Braude ist nicht nur täglich im Boujee, sondern wählt auch alle Lebensmittel beim Einkauf selbst aus. Vor allem beim Fleisch achten er und Lorenzini auf die regionale Herkunft. Der kulinarische Schwerpunkt liegt bei einer „gehobenen europäischen Küche“ und vor allem bei italienischen Spezialitäten– darunter ein „Remake“ der Spaghetti Vongole (19 Euro) oder ein Risotto mit Garnelen und Limetten (17 Euro). Für 36 Euro gibt es den in karbonisiertem Salz gebackenen, besonders frischen „Fisch des Morgens“. Außerdem stehen beispielsweise Seeteufel in Currysauce und Vanille (24 Euro) und Entenbrust in Orangen- und grüner Pfeffersauce (18 Euro) auf der Karte.
Zum Geschmack können wir noch nichts sagen, den möglichen späteren Test überlassen wir gerne den erfahrenen Gastrokritikern des Tagesspiegels. Ohnehin feiert das Boujee erst in den nächsten Wochen seine Eröffnung. Derzeit läuft ein sogenanntes „Soft Opening“. Schon jetzt gibt es aber etwa 15 Mitarbeiter verschiedenster Nationalität. Weiteres Personal wird noch gesucht. Das moderne Innendesign ist im Stile eines Lofts gestaltet. Eine Besonderheit sind die Stühle und Tische, die aus dem Holz einer abgerissenen Brücke in Russland maßgefertigt wurden. Im Speiseraum reicht der Platz für 93 Gäste, die auch ein kleines Separee nutzen können. Draußen will man bei passendem Wetter bald 24 Stühle aufstellen.
Foto: Cay Dobberke
Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-c.dobberke@tagesspiegel.de