Nachbarschaft

Veröffentlicht am 14.06.2019 von Cay Dobberke

Arnulf Rating, Kabarettist und Gründer der Reihe Der Blaue Montag im Kabarett-Theater Die Wühlmäuse, Pommernallee 2-4.

Wenn ein Dutzend oder mehr Künstler, von Sängern und Satirikern bis zu Akrobaten und Jongleuren, am gleichen Abend eine Bühne bespielt, können sich Besucher über das vielfältige Programm freuen. Natürlich kommt es auch mal vor, dass nicht jedem Gast alles zusagt. Doch das sieht Arnulf Rating gelassen:  „Wem’s nicht gefällt in sieben Minuten ist alles vorbei“, scherzt er über die sich schnell abwechselnden Auftritte in seiner Mix-Show „Der Blaue Montag“.

Offenbar macht er das meiste richtig bei der Auswahl der Künstler, die ihm von Freunden und Kollegen empfohlen werden oder sich selbst bewerben. Ins Kabarett „Die Wühlmäuse“ in Westend lockt der „Blaue Montag“ regelmäßig bis zu 500 Besucher. „In der Regel ist es immer voll“, sagt Rating. Und am 17. Juni ab 20 Uhr findet die „lebende Stadtrevue“, wie er die Reihe auch nennt, sogar schon zum 200. Mal statt.

Wir verlosen zwei Mal zwei Freikarten unter allen Lesern, die am heutigen Freitag die Tagesspiegel-Gewinnspielseite aufrufen und als Stichwort „Der Blaue Montag“ eingeben. Falls Sie nicht gewinnen: Der Eintritt kostet 27,50 bis 32,50 Euro. Sogar „Wühlmäuse“-Chef Dieter Hallervorden will bei der Jubiläumsshow auftreten. Außerdem sind viele langjährige Weggefährten mit dabei, darunter Andrej Hermlin & his Swing Dance Band und der BMX-Radartist Frank Wolf. Das ganze Programm finden Sie hier.

Bekannt wurde Rating als Mitglied der Anarcho-Kabarettgruppe „Die 3 Tornados“ in den Jahren 1977 bis 1990. Er gründete auch das „Maulhelden“-Sprachfestival im Tempodrom, das heute als Veranstaltungsagentur Maulhelden-Büro fortlebt. Der „Blaue Montag“ entstand 1990 im damaligen „Quartier Latin“ an der Potsdamer Straße in Tiergarten (dem heutigen Wintergarten), wo die „3 Tornados“ zu den Betreibern gehörten. Seinerzeit „war montags in allen Theatern Spielpause“ erinnert sich Rating. Mit der Anzeige „Wir suchen Kunstfurzer oder Leute, die andere 5 Minuten zum Lachen bringen“ wurden die ersten Künstler angeworben.

Später ging es im Tempodrom und im Tipi-Zelt am Kanzleramt weiter. 2014 folgte der Umzug auf die Bühne der „Wühlmäuse“, an der Dieter Hallervorden eigens dafür eine Trapezstange einbauen ließ. Anders als in den ersten Jahren findet „Der Blaue Montag“ nicht mehr wöchentlich statt, sondern etwa alle zwei Monate (außer in den Sommerferien).

Zusätzlich reist Rating fünf Mal pro Spielsaison mit einigen der Künstler zu Gastspielen nach Frankfurt an der Oder. Dabei ist Rating auch die Fahrt im Tourbus als Gemeinschaftserlebnis wichtig. „Auf der Hinfahrt gibt es Kaffee und Kuchen, auf der Rückfahrt Bier und Buletten“, erzählt er. Mit seinen eigenen Shows steht der Kabarettist weiterhin auf vielen deutschen Bühnen oder tritt im Fernsehen auf. Dabei setzt er sich nur eine Grenze: „Ich habe mit meiner Frau maximal 120 Auftritte pro Jahr vereinbart.“

Foto: Kai-Uwe Heinrich

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter:  cay.dobberke@tagesspiegel.de