Nachbarschaft

Veröffentlicht am 28.06.2019 von Cay Dobberke

Irene Fritsch, Schriftstellerin und engagierte Anwohnerin am Lietzensee.

Ausgerechnet rund um den idyllischen Lietzensee hat die pensionierte Lateinlehrerin schon einige Menschen sterben lassen wenn auch nur literarisch. In ihren sechs Kiez-Krimis um die Hobbydetektivin Anna standen Morde im Zusammenhang mit der Geschichte der gutbürgerlichen Wohngegend. Aus der Historie erzählte Fritsch auch in ihrer bereits 2001 veröffentlichten Monografie „Leben am Lietzensee“. Soeben ist ihr neuer Roman „Gefährlicher Reigen am Lietzensee“ erschienen. Für Irene Fritsch ist es „quasi das Buch zum Jubiläum des Lietzenseeparks“, der 1919 bis 1920 vom Charlottenburger Gartendirektor Erwin Barth gestaltet worden war.

Seit ihrer Kindheit lebt die 76-jährige im Viertel um den See. Ihre Eltern zogen mit ihr hierhin, als sie sieben Jahre alt war. Heute hat Irene Fritsch in ihrer Wohnung eine große Bibliothek, in der allein die Literatur über Charlottenburg mehrere Reihen füllt. Im seit 2004 bestehenden Anwohnerverein Bürger für den Lietzensee rief sie die „Dienstags-Gruppe“ ins Leben, die sich wöchentlich zur Parkpflege trifft. Jedes Jahr beteiligt sich der Verein auch an der Ehrenamtsaktion Gemeinsame Sache des Tagesspiegels und des Paritätischen Wohlfahrtsverbands.

Ihr jüngster Roman spielt kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Noch immer kommen die Menschen nicht zur Ruhe. Armut und Hunger, aber auch Straßenschlachten, politische Morde und Streiks bestimmen den Alltag. Obwohl „Gefährlicher Reigen am Lietzensee“ kein reiner Krimi ist, geschehen auch hier Morde. Nicht wahr, aber gut erfunden: Park-Architekt Barth selbst entdeckt am See die Leiche eines Juwelenräubers, der kurz zuvor seinerseits überfallen worden war. Unterdessen versuchen zwei Mädchen, einen desertierten Freikorpssoldaten vor der blutigen Rache seiner Ex-Kameraden zu schützen. Und in der neuen Kellerbühne „Phantastisches Theater“ am See wird für Arthur Schnitzlers „Reigen“ geprobt (das Theater im Haus Neue Kantstraße 22 gab es wirklich). Das Buch endet mit dem fulminanten Erfolg der Premiere sowie mit der Eröffnungsfeier für den Lietzenseepark. Viele der Anwohner haben das Gefühl, dass eine neue und vielleicht bessere Zeit angebrochen ist.

Wir verlosen drei Exemplare des Buches unter allen Lesern, die auf der Tagesspiegel-Gewinnspielseite den Titel „Gefährlicher Reigen am Lietzensee“ als Stichwort eingeben. Im Buchhandel gibt es den im Textpunktverlag erschienenen, 144-seitigen Roman für 12,80 Euro (ISBN 978-3-938414-64-4).

Foto: Thilo Rückeis

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: cay.dobberke@tagesspiegel.de

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