Nachbarschaft
Veröffentlicht am 20.08.2021 von Cay Dobberke
Während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 überlegte Kaja Maurer, wie sie ihre Abende zu Hause verbringen sollte und fragte sich: „Was wollte ich immer schon machen?“ Bald fand sie die Antwort: Einen Krimi schreiben! So entstand ihr Debütroman Der Pilgerschatten, den sie vor knapp zwei Wochen als E-Book bei Amazon veröffentlichte.
Nach ihren Arbeitstagen im Marketing eines Unternehmens, das eine Mobilitäts-App anbietet, verfasste die 29-Jährige durchschnittlich zehn Seiten pro Abend. Im Roman geht es um die Kriminalkommissarin Hannah Leicht, die im Gebäude des früheren Polizeipräsidiums Charlottenburg an der Bismarckstraße arbeitet.
Die Handlung spielt jedoch nicht in Berlin, sondern in Spanien. Dort ist die Kommissarin im Urlaub auf dem Jakobsweg unterwegs. Ein Mitglied ihrer Wandergruppe verschwindet plötzlich spurlos. Eine Freundin in Santiago de Compostela meldet sich nicht mehr (Spoiler: Sie wurde entführt). Vor Kirchen in dem Wallfahrtsort werden brutal ermordete Menschen gefunden. Hannah Leicht beginnt zu ermitteln, obwohl sie dazu im Ausland keine Befugnis hat.
Es ist kein Zufall, dass Spanien als Kulisse für den Krimi dient. Kaja Maurer hat Literaturwissenschaft und BWL studiert. Sie spezialisierte sich auf spanische Literatur, verbrachte ein Auslandsjahr in Santiago de Compostela und wanderte selbst über einen Teil des Jakobswegs. Wie kriminalistische Ermittlungen ablaufen, weiß die Autorin von ihrem Bruder, der Bundespolizist ist.
Maurer stammt aus einem Dorf in der Nähe von Stuttgart und zog aus beruflichen Gründen vor vier Jahren nach Berlin. Sie wohnt am Tegeler Weg, spaziert seit dem Beginn der Coronakrise fast täglich durch den nahen Schlosspark Charlottenburg und besucht oft den Mierendorffplatz, wo das Café Friedrichs ihrer Ansicht nach wahrscheinlich „den besten Kaffee und das beste Frühstück“ in Berlin serviert.
Durch Mundpropaganda sowie Werbung bei Amazon und in Online-Netzwerken konnte Kaja Maurer ihr erstes E-Book bisher rund 150 Mal zum Preis von 2,99 Euro verkaufen. Sie plant auch eine Printfassung als „Book on demand“, das auf Bestellung gedruckt wird. Bei Buchverlagen hatte sie gar nicht erst angefragt. Aber sie beauftragte eine professionelle Lektorin und verteilte ihr Manuskript zum Gegenlesen im Freundes- und Familienkreis.
Der „Pilgerschatten“ ist eine berühmte optische Täuschung vor der Kathedrale in Santiago de Compostela. Abends strahlt eine Lampe eine Säule so an, dass deren Schatten der Figur eines Pilgers ähnelt. Wenn man entlang läuft, bewegt diese sich scheinbar auf unheimliche Weise mit.
Für ihren zweiten Krimi hat Kaja Maurer bereits ein „grobes Grundgerüst“ entworfen und ein paar Seiten verfasst. Diesmal soll Kommissarin Hannah Leicht in Berlin und besonders in Charlottenburg-Wilmersdorf ermitteln. „Ich schreibe über Orte, an denen ich schon mal war“, sagt Kaja Maurer.
Zusätzlich wünscht sie sich Tipps von Menschen aus dem Bezirk. Wer ihr beispielsweise empfehlen möchte, „wo die Leiche liegen soll“, kann eine E-Mail an autorin.kaja.maurer@gmail.com senden.
- Foto: Cay Dobberke
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